Germanistische Mediävistik

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Einleitung in die Germanistische Mediävistik

Die Germanistische Mediävistik, die sich mit der Literatur, Sprache und Kultur des deutschen Mittelalters befasst, eröffnet ein weites Forschungsfeld, das gleichermaßen wissenschaftliche Präzision wie kreative Neugier erfordert. Ein Selbststudium[1] in diesem Bereich kann von besonderem Wert sein, da es den Lernenden nicht nur ermöglicht, in eigenem Tempo und nach individuellen Interessen Schwerpunkte zu setzen, sondern auch die persönliche Auseinandersetzung mit Texten, Quellen und Theorien fördert. Gerade die Mediävistik[2] lebt von der intensiven Beschäftigung mit Originaltexten, deren Interpretation und Kontextualisierung ein hohes Maß an Eigeninitiative und kritischem Denken verlangt. Im Selbststudium können Fragestellungen vertieft werden, die im institutionellen Rahmen oft zu kurz kommen, und es entsteht die Möglichkeit, originelle Forschungsansätze zu entwickeln. Zudem stärkt ein eigenständig betriebenes Studium die Fähigkeit zur selbständigen Quellenarbeit, zur methodischen Reflexion und zur interdisziplinären Verbindung von Literaturwissenschaft[3], Geschichte, Theologie[4] und Kulturwissenschaft[5]. So wird das Selbststudium zu einem spannenden und bereichernden Weg, die Welt des Mittelalters in ihrer ganzen Vielfalt zu erschließen und zugleich einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der Germanistischen Mediävistik zu leisten.

Beschreibung und Geschichte der Germanistische Mediävistik

Die Germanistische Mediävistik ist ein Teilgebiet der Germanistik[6]. Sie untersucht die deutsche Sprache und Literatur vom frühen Mittelalter (ab dem 8. Jahrhundert) bis in die Frühe Neuzeit (16. Jahrhundert).

Die Anfänge reichen bis ins Mittelalter selbst zurück, wo Dichter über Dichter schrieben. Ab dem 16. Jahrhundert beschäftigten sich auch Juristen mit den alten Texten, doch die meisten Gelehrten hielten das Mittelalter damals für ein „dunkles Zeitalter“. Erst Dichter wie Martin Opitz würdigten wieder Autoren wie Walther von der Vogelweide. In der Aufklärung wurde das Mittelalter oft abgewertet, aber in der Romantik[7] wuchs das Interesse, um ein deutsches Nationalbewusstsein zu stärken.

Im 19. Jahrhundert wurde die Mediävistik als eigene Wissenschaft etabliert. Wichtige Forscher waren die Brüder Grimm, Karl Lachmann und andere, die alte Texte sammelten, herausgaben und erforschten. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Arbeit weiter: Zuerst dominierte eine streng sprachwissenschaftliche Herangehensweise, später wurden auch Geschichte, Soziologie[8], Psychologie, Theologie und Kunstgeschichte einbezogen. Dadurch eröffnete sich ein besseres Verständnis der mittelalterlichen Lebenswelt.

Die Forschung ist schwierig, weil nur wenige Handschriften überliefert sind. Viele Texte existieren nur in Abschriften oder Fragmenten. Außerdem hatten Literatur und Autorschaft im Mittelalter eine andere Bedeutung als heute. Texte galten eher als Handwerk, nicht als individuelle Kunstwerke, und Autoren traten selten namentlich hervor. Meist waren sie von Auftraggebern abhängig.

Die Mediävistik untersucht Texte in Althochdeutsch[9], Mittelhochdeutsch[10] oder Frühneuhochdeutsch[11]. Da es damals noch keine einheitliche Sprache gab, sondern nur regionale Schreibweisen, können Forscher anhand der Dialekte oft Herkunft und Umfeld bestimmen.

Die Methoden reichen von Textkritik und Editionen über historische und geistesgeschichtliche Ansätze bis zu moderneren Konzepten wie Genderforschung oder Diskursanalyse. Untersucht wird nicht nur, was in den Texten steht, sondern auch, wie sie entstanden, überliefert und genutzt wurden.

Heute ist die Germanistische Mediävistik ein festes Fach an den Universitäten. Sie ermöglicht es, die mittelalterliche Literatur nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell und gesellschaftlich zu verstehen.

Bibliographie

scientia.wiki

Antike Schriftquellen

Germania (Publius Cornelius Tacitus)

Annales (Publius Cornelius Tacitus)

Commentarii de bello Gallico (Gaius Iulius Caesar)

Naturalis historia (Plinius der Ältere)

Lateinische Ausgaben

Übersetzungen

Geographika (Strabon)

  • Geographica | Englische Übersetzung von Hans Claude Hamilton und William Falconer im Perseus Project
  • Geographica | Englische Übersetzung von Horace Leonard Jones in LacusCurtius
  • Geographica | Griechischer Text im Perseus Project

De origine actibusque Getarum bzw. Getica (Jordanes)

Werke von Claudius Ptolemäus

Werke von Cassius Dio

Literaturverzeichnis

Germanische Literatur

Die Edda
Die Nibelungen

Literatur zu den Germanen

  • Germanen | Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Ausbüttel, Frank M.: Die Germanen, 2010.[1]
  • Ausbüttel, Frank M.: Germanische Herrscher von Arminius bis Theoderich, 2007.[2]
  • Bleckmann, Bruno: Die Germanen, 2000.[3]
  • Fischer-Fabian, Siegfried: Die ersten Deutschen, 1975.[4]
  • Krause, Arnulf: Die Geschichte der Germanen, 2002.[5]
  • Künzl, Ernst: Die Germanen, 2019.[6]
  • Pohl, Walter: Die Germanen, 2010.[7]
  • Pötzl, Norbert F.: Die Germanen (Geschichte und Mythos), 2013.[8]
  • Riemer, Ulrike: Die römische Germanienpolitik von Caesar bis Commodus, 2006.[9]
  • Rubel, Alexander: Religion und Kult der Germanen, 2016.[10]
  • Schneider, Helmuth: Feindliche Nachbarn (Rom und die Germanen), 2008.[11]
  • Simek, Rudolf: Die Germanen, 2011.[12]
  • Simek, Rudolf: Die Edda, 2007.[13]
  • Simek, Rudolf: Götter und Kulte der Germanen, 2016.[14]
  • Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie, 2006.[15]
  • Simek, Rudolf: Religion und Mythologie der Germanen, 2014.[16]
  • Timpe, Dieter: Römisch-germanische Begegnung in der späten Republik und frühen Kaiserzeit, 2006.[17]
  • Wolfram, Herwig: Das Römerreich und seine Germanen – eine Erzählung von Herkunft und Ankunft, 2018.[18]
  • Wolfram, Herwig: Die 101 wichtigsten Fragen – Germanen, 2008.[19]
  • Wolfram, Herwig: Die Germanen, 2018.[20]

Wissenschaftliche Publikationen

Sonstige Publikationen

Geschichtswissenschaftliche Nachschlagewerke

Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA)

Deutschsprachige Wikipedia[12]

Germanen
Germanische Völker
Germanien (Germania)
Germanenforschung

Lehrreiche Dokumentationen (Multimediathek)

(Alle Dokumentationen wurden vom Autor dieser Selbststudie gesichtet und als lehrreich befunden. Bei der Auswahl wurde auf seriöse Quellen geachtet.)

Bedeutende Dokumentationen von Akademien der Wissenschaften[13][14]

Literaturverzeichnis

  • Bein, Thomas: Deutsche Literatur des Mittelalters – eine Einführung in die germanistische Mediävistik, 2020.[21]
  • Bein, Thomas: Germanistische Mediävistik – eine Einführung, 2005.[22]
  • Brandt, Rüdiger: Grundkurs germanistische Mediävistik, 1999.[23]
  • Honemann, Volker: Germanistische Mediävistik, 1999.[24]
  • Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik, 2014.[25]

Anmerkungen, Begriffserklärungen und sonstige Fußnoten

  1. Begriffserklärung: Der Begriff Selbststudium bezeichnet eine Lernform, bei der eine Person Wissen, Fähigkeiten oder Kompetenzen eigenständig und unabhängig von formalen Unterrichtsangeboten erwirbt. Es erfolgt selbstgesteuert, wobei Lerninhalte, Tempo und Methoden meist individuell gewählt werden. Ziel des Selbststudiums ist es, sich selbstständig Wissen anzueignen, Verständnis zu vertiefen oder persönliche Lernziele zu erreichen.
  2. Mediävistik | Wikipedia
  3. Literaturwissenschaft | Wikipedia
  4. Theologie | Wikipedia
  5. Kulturwissenschaft | Wikipedia
  6. Germanistik | Wikipedia
  7. Romantik | Wikipedia
  8. Soziologie | Wikipedia
  9. Althochdeutsche Sprache | Wikipedia
  10. Mittelhochdeutsche Sprache | Wikipedia
  11. Frühneuhochdeutsche Sprache | Wikipedia
  12. Anmerkung: Dieser Abschnitt verweist auf Kategorien der deutschsprachigen Wikipedia, in denen zahlreiche relevante Artikel zu den Germanen, den germanischen Völkern und zu Germanien aufgeführt sind. Diese Vorgehensweise ist übersichtlicher, als jeden einzelnen bestehenden oder neu hinzukommenden Artikel hier in der Wikiversität gesondert aufzulisten. Gleichzeitig wird auf diese Weise die Aktualität des Abschnitts gewährleistet.
  13. Akademie der Wissenschaften | Wikipedia
  14. Liste der wissenschaftlichen Akademien | Wikipedia