Julich Brain Atlas: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 17. November 2025, 10:35 Uhr
Julich Brain Atlas
Der Julich Brain Atlas des Forschungszentrums Jülich ist ein hochauflösender 3D-Atlas des menschlichen Gehirns, der als Referenzmodell dient und es ermöglicht, neurowissenschaftliche Daten aus verschiedenen Ebenen systematisch zu integrieren und zu analysieren. Er wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern genutzt, um das menschliche Gehirn besser zu verstehen, seine Funktionsweise zu erforschen und die interindividuelle Variabilität zu berücksichtigen.
Der Atlas deckt eine große Bandbreite an biologischen Strukturen ab – von einzelnen Molekülen über etwa 86 Milliarden Nervenzellen und Billionen von Synapsen bis hin zu weit verzweigten neuronalen Netzwerken. Diese unterschiedlichen Ebenen interagieren in einer komplexen Dynamik, die von Millisekunden bis über ein ganzes Leben hinweg reicht. Eine besondere Herausforderung der Hirnforschung liegt darin, die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ebenen zu verstehen und die individuellen Unterschiede der Gehirne zu berücksichtigen, da die Oberfläche jedes Gehirns einzigartig wie ein Fingerabdruck ist.
Der Julich Brain Atlas dient als konzeptionelle und technologische Grundlage für die neurowissenschaftliche Forschung. Er ermöglicht es, Daten auf einer Art virtueller 3D-Karte des Gehirns zu visualisieren, ähnlich wie Google Earth geographische Daten darstellt. Beim Herauszoomen können Grenzen von Gehirnregionen sichtbar gemacht werden, beim Hineinzoomen lassen sich Zellkörper, Nervenzellen und deren Verbindungen erkennen.
Der Atlas unterstützt Forschende dabei, das Gehirn nicht nur isoliert zu betrachten, sondern kollaborativ seine komplexen Strukturen und Funktionen zu entschlüsseln. Er wird als leistungsfähiges Werkzeug der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt und ist für die Analyse verschiedenster neurowissenschaftlicher Fragestellungen nutzbar.
Durch den Julich Brain Atlas können Forschende die Mechanismen neuronaler Netzwerke und die Funktionsweise des Gehirns auf mehreren Ebenen gleichzeitig untersuchen. Er trägt dazu bei, neurologische Erkrankungen besser zu verstehen und die Grundlagen für neuartige Therapien zu legen. Gleichzeitig bietet der Atlas eine Plattform für internationale Kooperationen in der Hirnforschung und unterstützt die Entwicklung von computergestützten Modellen des Gehirns.
Wissenschaftliche Primärquellen
- Julich Brain Atlas | Forschungszentrum Jülich
- Der Atlas | Forschungszentrum Jülich