Entwicklung des Gehirns eines humanen Fötus: Unterschied zwischen den Versionen
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Forscher untersuchten im Jahr 2014, wie sich das Gehirn von Föten im Mutterleib entwickelte. In einer Studie wurden 32 ungeborene Kinder zwischen der 21. und 38. Schwangerschaftswoche untersucht. Die Mitte der Schwangerschaft war besonders wichtig, weil sich in dieser Zeit die Grundstruktur des Gehirns ausbildete. Mit einer speziellen Technik, der funktionellen Magnetresonanztomographie, konnten die Wissenschaftler die Aktivität der Gehirnzellen messen und herausfinden, welche Bereiche sich gerade entwickelten. | Forscher untersuchten im Jahr 2014, wie sich das Gehirn von Föten im Mutterleib entwickelte. In einer Studie wurden 32 ungeborene Kinder zwischen der 21. und 38. Schwangerschaftswoche untersucht. Die Mitte der Schwangerschaft war besonders wichtig, weil sich in dieser Zeit die Grundstruktur des Gehirns ausbildete. Mit einer speziellen Technik, der funktionellen Magnetresonanztomographie, konnten die Wissenschaftler die Aktivität der Gehirnzellen messen und herausfinden, welche Bereiche sich gerade entwickelten. | ||
Die Ergebnisse zeigten, dass in den Wochen 26 bis 29 vor allem kurze Verbindungen zwischen Nervenzellen stark wuchsen. Längere Verbindungen entwickelten sich dagegen gleichmäßiger über die gesamte Schwangerschaft hinweg. Zunächst entstanden die Bereiche für die Sinneswahrnehmung, während die Regionen für komplexes Denken erst etwa vier Wochen später ausgereift waren. | Die Ergebnisse zeigten, dass in den Wochen 26 bis 29 vor allem kurze Verbindungen zwischen Nervenzellen stark wuchsen. Längere Verbindungen entwickelten sich dagegen gleichmäßiger über die gesamte Schwangerschaft hinweg. Zunächst entstanden die Bereiche für die Sinneswahrnehmung, während die Regionen für komplexes Denken erst etwa vier Wochen später ausgereift waren. | ||
In einer weiteren Studie konnten Forschende zeigen, dass Föten zwischen der 30. und 36. Woche schon erste Netzwerke für das Sehen nutzten. Zwar mussten Neugeborene nach der Geburt noch lernen, Bilder richtig zu verarbeiten, aber die Grundverknüpfungen im Gehirn hatten schon vor der Geburt begonnen. Dabei wurden Augenbewegungen mit Aktivitäten im Sehzentrum des Gehirns in Verbindung gebracht, was erstmals vor der Geburt nachgewiesen wurde. | |||
Eine dritte Untersuchung an der [[Wikipedia:de:Medizinische Universität Wien|Medizinischen Universität Wien]] zielte darauf ab, ein Referenzmodell der normalen Gehirnentwicklung zu erstellen. Mit diesem Modell sollten mögliche Fehlbildungen oder andere Probleme früh erkannt werden. | |||
== Primärquelle == | |||
* [https://www.meduniwien.ac.at/web/ueber-uns/news/detail/gehirnentwicklung-im-mutterleib/ Gehirnentwicklung im Mutterleib] | Medizinische Universität Wien, 27. Oktober 2014. Abgerufen am 2. Dezember 2025. | |||
[[Kategorie:Scientia.wiki]] | |||
[[Kategorie:Wikiscience]] | |||
Aktuelle Version vom 2. Dezember 2025, 08:36 Uhr
Forscher untersuchten im Jahr 2014, wie sich das Gehirn von Föten im Mutterleib entwickelte. In einer Studie wurden 32 ungeborene Kinder zwischen der 21. und 38. Schwangerschaftswoche untersucht. Die Mitte der Schwangerschaft war besonders wichtig, weil sich in dieser Zeit die Grundstruktur des Gehirns ausbildete. Mit einer speziellen Technik, der funktionellen Magnetresonanztomographie, konnten die Wissenschaftler die Aktivität der Gehirnzellen messen und herausfinden, welche Bereiche sich gerade entwickelten.
Die Ergebnisse zeigten, dass in den Wochen 26 bis 29 vor allem kurze Verbindungen zwischen Nervenzellen stark wuchsen. Längere Verbindungen entwickelten sich dagegen gleichmäßiger über die gesamte Schwangerschaft hinweg. Zunächst entstanden die Bereiche für die Sinneswahrnehmung, während die Regionen für komplexes Denken erst etwa vier Wochen später ausgereift waren.
In einer weiteren Studie konnten Forschende zeigen, dass Föten zwischen der 30. und 36. Woche schon erste Netzwerke für das Sehen nutzten. Zwar mussten Neugeborene nach der Geburt noch lernen, Bilder richtig zu verarbeiten, aber die Grundverknüpfungen im Gehirn hatten schon vor der Geburt begonnen. Dabei wurden Augenbewegungen mit Aktivitäten im Sehzentrum des Gehirns in Verbindung gebracht, was erstmals vor der Geburt nachgewiesen wurde.
Eine dritte Untersuchung an der Medizinischen Universität Wien zielte darauf ab, ein Referenzmodell der normalen Gehirnentwicklung zu erstellen. Mit diesem Modell sollten mögliche Fehlbildungen oder andere Probleme früh erkannt werden.
Primärquelle
- Gehirnentwicklung im Mutterleib | Medizinische Universität Wien, 27. Oktober 2014. Abgerufen am 2. Dezember 2025.