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Während im Westen mit dem Niedergang des Römischen Reiches das römische Recht auf die Stufe von Vulgarrecht absank, legten die oströmischen Rechtsschulen (Berytos, heute Beirut, und Konstantinopel) ihrem Unterricht weiterhin die klassischen Juristenschriften und Kaisererlasse zugrunde (römisches Recht). Diese unübersichtliche Rechtsmasse ließ Justinian I. (527–565) sichten und unter zeitgemäßer Anpassung auszugsweise zu einem Gesetzbuch zusammenfassen (Corpus Iuris Civilis, 533). Trotz Kommentierungsverbots (zugelassen waren nur dem Wortlaut folgende ergänzende Bemerkungen zu einzelnen Titeln, Paratitla, und kurze Inhaltsangaben, Indices) verlangte die Praxis nach literarischer Verarbeitung des Gesetzes. Es entstanden (schon im 6. Jahrhundert) bruchstückhaft kommentierende Erläuterungen und Monografien, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts von einem unbekannten Verfasser (Anonymus) in die Form eines Katenenkommentars (Katene, griechisch »Kette«) gebracht wurden. Fortschreitende Verflachung der byzantinischen Rechtswissenschaft, v. a. aber der rapide Verlust der Lateinkenntnisse und die dem Gesetz Justinians I. nicht gewachsene Rechtspraxis machten verkürzte Ausgaben notwendig. So entstanden im 8. Jahrhundert unter Leon III. (dem Isaurier) die auf Griechisch abgefasste Ekloge (griechisch »Auszug«), im 9. Jahrhundert die von Basileios I. begonnenen und von seinem Nachfolger Leon VI. vollendeten 60 Bücher der Basiliken (benannt nach dem Initiator Basileios I.). Sie behielten Gesetzeskraft bis zum Untergang des Byzantinischen Reiches (15. Jahrhundert). Die Folgezeit brachte die Basilikenscholien (Kettenkommentare zu den Basiliken) und Synopsen, d. h. alphabetische Auszüge (Synopsis Basilicorum) hervor. Am Ende der Entwicklung des byzantinischen Rechts stehen der Tipukeitos (griechisch »was wo zu finden ist«), eine Inhaltsangabe der Basiliken aus dem 12. Jahrhundert, und schließlich die Hexabiblos (Sechs Bücher), ein von Konstantinos Armenopoulos, Oberster Richter in Thessalonike, um 1345 verfasster »Auszug aus den Auszügen der Auszüge« (Max Kaser), auch Procheiron (griechisch »Handbüchlein der Gesetze«) genannt. Es hat die Türkenzeit überdauert und wurde nach der Neuerrichtung des griechischen Staates 1828 wieder in Kraft gesetzt (galt bis 1946). | Während im Westen mit dem Niedergang des Römischen Reiches das römische Recht auf die Stufe von Vulgarrecht absank, legten die oströmischen Rechtsschulen (Berytos, heute Beirut, und Konstantinopel) ihrem Unterricht weiterhin die klassischen Juristenschriften und Kaisererlasse zugrunde (römisches Recht). Diese unübersichtliche Rechtsmasse ließ Justinian I. (527–565) sichten und unter zeitgemäßer Anpassung auszugsweise zu einem Gesetzbuch zusammenfassen (Corpus Iuris Civilis, 533). Trotz Kommentierungsverbots (zugelassen waren nur dem Wortlaut folgende ergänzende Bemerkungen zu einzelnen Titeln, Paratitla, und kurze Inhaltsangaben, Indices) verlangte die Praxis nach literarischer Verarbeitung des Gesetzes. Es entstanden (schon im 6. Jahrhundert) bruchstückhaft kommentierende Erläuterungen und Monografien, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts von einem unbekannten Verfasser (Anonymus) in die Form eines Katenenkommentars (Katene, griechisch »Kette«) gebracht wurden. Fortschreitende Verflachung der byzantinischen Rechtswissenschaft, v. a. aber der rapide Verlust der Lateinkenntnisse und die dem Gesetz Justinians I. nicht gewachsene Rechtspraxis machten verkürzte Ausgaben notwendig. So entstanden im 8. Jahrhundert unter Leon III. (dem Isaurier) die auf Griechisch abgefasste Ekloge (griechisch »Auszug«), im 9. Jahrhundert die von Basileios I. begonnenen und von seinem Nachfolger Leon VI. vollendeten 60 Bücher der Basiliken (benannt nach dem Initiator Basileios I.). Sie behielten Gesetzeskraft bis zum Untergang des Byzantinischen Reiches (15. Jahrhundert). Die Folgezeit brachte die Basilikenscholien (Kettenkommentare zu den Basiliken) und Synopsen, d. h. alphabetische Auszüge (Synopsis Basilicorum) hervor. Am Ende der Entwicklung des byzantinischen Rechts stehen der Tipukeitos (griechisch »was wo zu finden ist«), eine Inhaltsangabe der Basiliken aus dem 12. Jahrhundert, und schließlich die Hexabiblos (Sechs Bücher), ein von Konstantinos Armenopoulos, Oberster Richter in Thessalonike, um 1345 verfasster »Auszug aus den Auszügen der Auszüge« (Max Kaser), auch Procheiron (griechisch »Handbüchlein der Gesetze«) genannt. Es hat die Türkenzeit überdauert und wurde nach der Neuerrichtung des griechischen Staates 1828 wieder in Kraft gesetzt (galt bis 1946). | ||
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Aktuelle Version vom 13. Februar 2026, 13:57 Uhr
Byzantinische Kultur, die Kultur des Byzantinischen Reiches (etwa 330–1453), im weiteren Sinne auch deren Fortbestand bis ins 18. Jahrhundert.
Ihre Schwerpunkte hatte die byzantinische Kultur in Byzanz (Konstantinopel), Thessaloniki, bis zum 7. Jahrhundert auch in Alexandria, Antiochia und Ravenna. Ihre Träger waren in Konstantinopel hauptsächlich die Hof- und Adelskreise, in der kulturell immer mehr verkümmernden Provinz die Beamten, Bischöfe und Mönche. Vor allem waren es Griechen, die die byzantinische Kultur gestalteten (was sich u. a. in der Verwendung griechischer Texte zeigt), aber nach ihrer Christianisierung auch die orthodoxen slawischen Völker; im 10. und 11. Jahrhundert traten die Armenier hervor. Das Griechische war Verkehrs- und seit dem 7. Jahrhundert Amtssprache.
In keinem Bereich ist die Grenze zwischen Byzanz und der Antike so schwer zu ziehen wie in den verschiedenen Äußerungen des kulturellen und geistigen Lebens. Allein eine seit dem 6. Jahrhundert klar von christlichen Normen beherrschte Lebensweise und Umgebung ließ die Andersartigkeit der heidnischen Vergangenheit deutlich werden. Die Herausbildung einer gesonderten, auf dem lateinischen Erbe beruhenden westlichen Kultur seit der Karolingerzeit, die sprachliche Verbundenheit mit der griechischen Antike und eigene Wege in Kunst, Liturgie und Kirchenmusik trugen zur Profilierung einer eigenständigen Kultur im Byzantinischen Reich bei, die dem Westen weitgehend unzugänglich war.
Die Kunst im Byzantinischen Reich ging aus der spätantiken römischen Kultur hervor, deren hellenistische Prägung durch das Christentum bereichert und verwandelt worden war. Die Verlegung von Kaiserresidenz und Reichsverwaltung in den Osten (von Rom nach Konstantinopel) hatte für die Ausbildung der byzantinischen Kunst große Bedeutung, da hier der Einfluss der Kulturen des östlichen Mittelmeergebietes und Vorderasiens wirksam werden konnte. Die überragende Stellung der Hauptstadt im Gesamtreich sicherte ihr auch in der Geschichte der byzantinischen Kunst eine entscheidende Rolle. Im 6. Jahrhundert, in der Regierungszeit Justinians I., zeigten sich erstmals eigenständige Formen.
Frühbyzantinische Kunst
Im Nikaaufstand (532) gingen die Hauptkirchen Konstantinopels mit vielen anderen Denkmälern zugrunde. An ihrer Stelle entstanden im 6. Jahrhundert vollendete Bauwerke, die Einflüsse antiker und frühchristlicher Baukunst (Grab-, Kirchenbau) in Kleinasien und Syrien aufgriffen. Von diesen sind der oktogonale zweischalige Zentralbau der Sergios- und Bakchoskirche (zwischen 527 und 532 ?) und v. a. der Kuppelbau der Hagia Sophia (532–537) erhalten.
Die Hagia Sophia aus dem Jahr 360 war die Hauptkirche Konstantinopels und Sitz des Patriarchen. Als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser (ab 641) und Ort wichtiger Staatsakte ist die Hagia Sophia in besonderer Weise mit der Geschichte des Byzantinischen Reiches verbunden.
Anthemios von Tralleis und Isidoros von Milet übertrugen hier ein Kuppel- und Gewölbesystem kleinasiatischer römischer Mausoleen (z. B. in Side) ins Monumentale, wobei sie zugleich die Mauermasse der Vorbilder mithilfe eines tragenden Systems entmaterialisierten. Auch wenn ihre Lösung (die Kuppel wird von zwei Halbkuppeln und diese von diagonalen Halbkuppeln gestützt, der Saalraum von weiteren Saalräumen ummantelt) nicht weitergeführt wurde, entwickelte sich der Kuppelbau zur Hauptaufgabe der byzantinischen Architektur. Die Apostelkirche in Konstantinopel (536; zerstört) und die Johanneskirche in Ephesos (6. Jahrhundert), beides dreischiffige und kreuzförmige Bauten mit einer Folge von Kuppeln, wurden später Vorbild für den Markusdom in Venedig. Der Altarraum (Bema) in der Hagia Sophia war nach spätantiker Tradition wohl u-förmig von den beiden östlichen Pfeilern abgetrennt und mit dem Ambo verbunden, bei späteren Bauten wurden Nebenräume (Pastophorien) mit eigener Apsis aus kultischen Gründen hinzugefügt. Eine Marmorschranke, die sich zur Ikonostase entwickelte, trennte das Bema vom Raum für die Gläubigen (Naos).
Von den Mosaiken der Zeit sind nur wenige erhalten (Ravenna; Katharinenkloster, Sinai), von den Werken der Buchmalerei sind nur wenige Handschriften – oft fragmentarisch – erhalten (Wiener Dioskurides, Purpurkodex von Rossano, Purpurkodex von Berat, Wiener Genesis u. a.). Zahlreiche Elfenbein- und Silberarbeiten belegen das hohe Niveau auch in der Kleinkunst.
Mit dem Tod Justinians (565) begann eine Epoche des Übergangs. Das klassische Erbe tritt in den Malereien von Santa Maria Antiqua in Rom und in den Silberarbeiten der Zeit des Kaisers Herakleios (610–641) besonders hervor. In Konstantinopel bezeugt der Neubau der Irenenkirche (um 740) die monumentale Auffassung der Epoche. Mit der Ausbreitung der Araber gingen Syrien, Ägypten und Nordafrika verloren, die byzantinische Kunst war auf die Hauptstadt, auf Griechenland und Kleinasien beschränkt, seit dem 9. Jahrhundert kamen die von Konstantinopel missionierten Teile der Balkanhalbinsel und seit dem 11. Jahrhundert Russland (Kiewer Rus) hinzu.
Spätestens nach Beendigung des Bilderstreites im Jahre 843 entstand der verbindliche Bilderzyklus mit dem himmlischen Christus (Pantokrator) in der Kuppel und dem Menschgewordenen (Maria mit Kind) in der Apsis; während des Bilderstreites waren die Apsisbilder durch ein Kreuz ersetzt worden. Die Bemaschranken dienten zunehmend zur Anbringung von Ikonen. Die Entwicklung der Ikonenmalerei verlief parallel zur Buch- und Wandmalerei. Die wenigen Bauten der Zeit zeigen das Bemühen um eine Erweiterung des Kuppelraumes (Hagia Sophia, Thessaloniki; Koimesiskirche, Nikaia, heute İznik).
Mittelbyzantinische Kunst
Nach der an Denkmälern armen Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts entstand um die Mitte des 9. Jahrhunderts eine zunehmende Zahl auch heute noch erhaltener Kunstgegenstände. Die Kunst dieser Zeit wird auch nach der makedonischen (867–1056) und der komnenischen (1081–1185) Dynastie benannt. Es ist die künstlerisch bedeutendste Epoche.
Basileios I. schuf die Voraussetzungen für eine neue kulturelle Entfaltung. Zahlreiche christliche und profane Handschriften wurden kopiert und zeugen von der Besinnung auf das antike Erbe, dem auch der Pariser Psalter und die Josuarolle (Vatikan) verpflichtet sind. Seit dem 9. Jahrhundert setzte sich als Bautyp die Kreuzkuppelkirche durch, zunächst als Vierstützenbau, bei dem vier Säulen das die Kuppel tragende Tonnenkreuz stützen (u. a. Myrelaion, vor 922, und Lipskloster, vor 908, in Konstantinopel; Panhagia Chalkeon in Thessaloniki, 1028; Kaisariani bei Athen, 11. Jahrhundert), dann auch als Achtstützenbau. Auf dem Berg Athos entwickelte sich ein eigener Typ (Lawra). Nur wenige Mosaiken sind erhalten, u. a. in der Kuppel der Hagia Sophia in Konstantinopel. In Hosios Lukas (um 1000) begegnet erstmals der für die mittelbyzantinische Zeit kanonische Zyklus der Festtagsbilder. Zu den wichtigsten Zeugnissen des 11. Jahrhunderts gehören die Mosaiken von Nea Moni auf Chios. Unter den Komnenen folgte im 12. Jahrhundert der Höhepunkt der Entwicklung. Das als Grablege der Dynastie gestiftete Pantokratorkloster in Konstantinopel ist das Hauptdenkmal. Neu war die Umgangskirche (zentraler Kuppelraum mit Umgang). Klassische Formen bestimmen die Mosaiken in Daphni bei Athen (um 1100). Von dort beeinflusste Handwerker arbeiteten auch in Sizilien (Palermo: Martorana, Teile der Palastkapelle; Cefalù) und gründeten eine eigene Schule (Monreale). Die Fresken von Nerezi (Nordmakedonien, Mitte 12. Jahrhundert) und Wladimir (Russland, spätes 12. Jahrhundert) zeigen die weitere Entwicklung. Auch auf dem Gebiet der Kleinkunst entstanden Werke von hohem Rang (Emailarbeiten, Toreutik, Elfenbeinkästchen).
Diese Blüte endete 1204 mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer. Die wichtigen Leistungen wurden nun in dem neuen Staat der Serben (Fresken in Studenica, Milešewa, Sopočani), aber auch in Bulgarien erbracht.
Spätbyzantinische Kunst
Die Palaiologenkaiser (1259/61–1453) waren die Träger dieser letzten Phase der byzantinischen Kunst. Trotz des wirtschaftlichen und politischen Verfalls kam es zu einer Hochblüte der Kunst, die von durch Grundbesitz und Handel reichen Familien getragen wurde. In der Baukunst blieb es bei den alten Kirchentypen (Vierstützen- und Umgangskirche), doch dem Außenbau wurden neuartige farbige Akzente gegeben (Konstantinopel: Lipskloster, Südkirche; Pammakaristos, Nebenkirche; Tekfur Saray). Dünngliedrige Figuren beherrschen die Mosaiken und zeigen eine fast manierierte Bewegtheit (Pammakaristos- und Chorakirche). In Griechenland erlebte die palaiologische Kunst Ende des 13. und im 14. Jahrhundert ihren Höhepunkt in Mistra, im südlichen Serbien in der Malerschule König Stephan Uroš II. Milutins (Gračanica, Ohrid; Studenica), die einen stärkeren Realismus entwickelte. Das Hauptwerk der serbischen Malerei sind die Wandmalereien des Klosters Dečani. Weiterhin spielten Buchmalerei und Goldschmiedekunst eine große Rolle.
Die Eroberung Konstantinopels durch die Türken (1453) brachte das Ende. Das Weiterleben der byzantinischen Kunst in der nachbyzantinischen Kunst auf der Balkanhalbinsel, in Griechenland (Kreta) und in Rumänien erreichte nicht mehr den gleichen Rang. Werke der Kunst der Palaiologenzeit haben dagegen schon im 13. Jahrhundert großen Einfluss auf die Entwicklung der frühen gotischen Kunst in Italien genommen (Cimabue, Giotto).
Schöne Literatur
Als byzantinische Literatur wird die Literatur des Byzantinischen Reiches in griechischer Sprache bezeichnet, die sich an die hellenistische und an die patristische Literatur anschließt.
Melische Dichtung
In der Kirchendichtung, die ohne Zweifel auf syrische Vorlagen zurückgeht, erreichte die byzantinische Literatur (neben der Geschichtsschreibung) ihre größte Eigenständigkeit. Wegen der Ausspracheänderung gegenüber dem klassischen Griechisch konnte der quantitierende Vers in der Dichtung nicht mehr verwendet werden. So entstand die melische kirchliche Dichtung, eine gesungene Dichtung, deren Text und Melos vom Dichter geschaffen wurden. Das besondere Kennzeichen dieser Dichtungsart (Kontakion) sind die freien Verse innerhalb derselben Strophe und die genaue Übereinstimmung der Strophen untereinander (d. h. die gleiche Silbenzahl und die gleiche Akzentuierung für den ersten Vers aller Strophen, den zweiten Vers aller Strophen usw.). So diente die erste Strophe dieser melischen Gesänge gleichsam als Vorlage für alle kommenden Strophen, die auch im gleichen Melos gesungen wurden.
Die melische Dichtung stellte sich ganz in den Dienst der Kirche; sie war eine liturgische Dichtung. Ihren Höhepunkt erreichte sie im 6. Jahrhundert mit dem Kontakiendichter Romanos dem Meloden (Romanos Melodos, 5./6. Jahrhundert), dessen Gesänge zu den besten poetischen Zeugnissen der Weltliteratur gehören. Ende des 7. Jahrhunderts und im 8. Jahrhundert entstanden die aus mehreren – meist neun – mehrstrophigen Oden bestehenden Kanones, als deren Begründer Andreas von Kreta gilt und die mit den Kanones des Theologen Johannes von Damaskus (Ioannes Damaskenos, * um 650, † 750) und dessen Freund Kosmas von Jerusalem (Kosmas Maiuma, 8. Jahrhundert) ihren Höhepunkt erreichten und die Kontakien zurückdrängten. Die späteren Dichter von Kontakien und Kanones werden nicht mehr Meloden, sondern Hymnografen genannt, weil sie nur die Texte auf vorhandene Melodien dichteten. Weitere Vertreter: Theodoros Studites (* 759, † 826), Joseph Hymnographos (* 810/818, † 883/886), die Dichterin Kasia oder Kassia (9. Jahrhundert) u. a. Als keine neuen melischen Gesänge mehr in den Gottesdienst aufgenommen werden durften, hörte auch die melische Poesie der Byzantiner auf (etwa im 11. Jahrhundert). Zur religiösen Dichtung gehören auch die »Hymnen der Gottesliebe« des Mystikers Symeon der Neue Theologe.
Weltliche Dichtung
Hier ist zunächst das Epigramm zu nennen. Bedeutende Vertreter waren der auch als Historiker bekannte Agathias, Georgios Pisides, Ioannes Geometres (erste Hälfte des 10. Jahrhunderts), Christophoros von Mytilene (* 1000, † 1050) u. a. Vom 11. Jahrhundert an wurden auch andere Gattungen gepflegt, z. B. Gelegenheitsgedichte, Lehrgedichte, historische und romanhafte Dichtungen. Hierzu gehören u. a. das Lehrgedicht des Johannes Mauropus, die Gedichte und Romane des Theodoros Prodromos und des Konstantinos Manasses (beide erste Hälfte des 12. Jahrhunderts) in gelehrtem attizistischem Griechisch und die mehr oder weniger volkssprachlichen Werke wie das in sechs Redaktionen überlieferte Epos über Digenis Akritas (13.–15. Jahrhundert), das das Leben und Wirken dieses Helden besingt, das Lehrgedicht »Spaneas« (12. Jahrhundert), das Bittgedicht des M. Glykas an Kaiser Manuel I. Komnenos, die derben Bettelgedichte des Ptochoprodromos (12. Jahrhundert), der byzantinische Alexanderroman (mehrere Bearbeitungen), der Roman »Achilleis« (14.–15. Jahrhundert), mehrere Ritterromane (13.–15. Jahrhundert), beeinflusst von westlichen Vorbildern, und die bei den Byzantinern besonders beliebten Tiergeschichten in Versen (»Geschichte der Vierfüßler«, 14. Jahrhundert; »Pulologos«, 13.–14. Jahrhundert; neue Redaktionen des Physiologus, ab 11. Jahrhundert). Im 14. Jahrhundert künden die rhodischen Liebeslieder und im 14.–15. Jahrhundert die kretische Literatur (Bergades' »Apokopos«, die Werke des Marinos Falieros, des Stephanos Sachlikis u. a.) den Beginn der eigentlichen neugriechischen Literatur an.
Historiografie, Chronografie
Innerhalb der byzantinischen Literatur ragen besonders die Historiografen und die Chronisten hervor. Am Ende der antiken und gleichzeitig am Beginn der byzantinischen Literatur steht das Werk des Prokopios von Kaisareia, fortgesetzt von Agathias. Weiter sind zu nennen: Johannes Malalas († 578), das »Chronicon Paschale« (»Osterchronik«), Georgios Pisides, die Chronisten Georgios Synkellos († 810), Theophanes der Bekenner (Theophanes Confessor) und seine Fortsetzer (Theophanes Continuatus), der Patriarch Nikephoros († 829), Georgios Monachos (Weltchronik bis Basileios I., 867), Leon Diakonos (10. Jahrhundert), Michael Psellos, Ioannes Skylitzes († nach 1100), N. Bryennios, A. Komnene, Ioannes Kinnamos (12. Jahrhundert), G. Akropolites, G. Pachymeres, N. Gregoras, Johannes Kantakuzenos († 1383), Dukas, Georgios Phrantzes (15. Jahrhundert) u. a.
Kirchengeschichte
Die großen Kirchengeschichtswerke in griechischer Sprache, Werke des Begründers der Kirchengeschichtsschreibung Eusebios von Kaisareia, des Sokrates für die Zeit von 305 bis 339, des Sozomenos von 324 bis 415, des Theodoretos von Kyrros von 323 bis 428 und des Euagrios von 431 bis 593, gehören noch der Spätantike an und wurden im byzantinischen Reich nicht mehr als solche fortgesetzt (ausgenommen der fragmentarische Versuch [für die Zeit bis 610] des Nikephoros Kallistos Xanthopulos [† um 1335] im 14. Jahrhundert), sondern wurden inhaltlich teilweise von anderen Gattungen übernommen. Überhaupt nimmt die theologische Literatur einen großen Teil der byzantinischen Literatur ein. Sie fußt ganz auf den Schriften der großen Kirchenväter und erfährt einen ersten großen Abschluss in den Werken des Johannes von Damaskus, dem bedeutende Gestalten wie Leontios von Byzanz (6. Jahrhundert) und Maximus der Bekenner (Confessor) vorausgingen. Theodor Studites, der auch als Kirchendichter bekannt ist, schuf Grundlagen für die Bilderverehrung, während sich etwa Niketos Stethatos (11. Jahrhundert) und M. Kerullarios mit den Lehren der Lateiner auseinandersetzten. Im 12. Jahrhundert entstanden große dogmatische Zusammenfassungen, während die theologische Literatur des 13.–15. Jahrhunderts beherrscht wird von den Streitfragen um die Kirchenunion mit der lateinischen Kirche (2. Konzil von Lyon; Konzil von Florenz) und von der Auseinandersetzung um die mystische Theologie des Hesychasmus.
Die Predigt als rhetorische Leistung errang eine beachtliche Stellung innerhalb der Literatur, da sie von führenden geistlichen Würdenträgern besonders gepflegt wurde. Durch die Kunst der Rhetorik sind u. a. die Werke des Erzbischofs von Athen M. Choniates und der Polyhistoren Theodoros Metochites (Ende 13. bis Anfang 14. Jahrhundert) und N. Gregoras.
Von weitreichendem Einfluss waren die Werke der hagiografischen Literatur, die bis zum Ende des 10. Jahrhunderts auch große inhaltliche und sprachliche Variationsbreiten aufweisen, ehe sie um 1000 im enzyklopädischen Werk des Symeon Metaphrastes vereinheitlicht werden. In den Lebensbeschreibungen (Viten) zeitgenössischer Kirchenmänner führen sie punktuell die Kirchengeschichtsschreibung weiter; bisweilen überliefern sie wichtige Mitteilungen zum Alltagsleben, haben allerdings auch den historischen Zugang zu bestimmten Epochen, besonders die Zeit des Bilderstreites, durch Legenden- und Mythenbildung erschwert.
Humanistische Renaissance
Zwei überragende Persönlichkeiten des byzantinischen Geisteslebens trugen wesentlich zur Festigung des antiken Bildungsideals (humanistische Renaissance) bei: in erster Linie Patriarch Photios, dessen umfassende Gelehrsamkeit in byzantinischer Zeit unübertroffen blieb und der durch sein Sammel- und Kommentarwerk »Myriobiblon« die Kenntnis von verloren gegangenen Werken der antiken Literatur vermittelte, und der Verehrer der platonischen Philosophie Michael Psellos, der Werke zu fast allen geisteswissenschaftlichen Disziplinen verfasste.
Unter den Anthologien, die in erster Linie antike und christliche Dichtung tradierten, ragt besonders die Anthologia Palatina aus dem 10. Jahrhundert hervor, daneben das unter dem Namen »Suda« (»Suidas«) bekannte große byzantinische Wort- und Sachlexikon ebenfalls aus dem 10. Jahrhundert sowie weitere Exzerptenwerke, die Kaiser Konstantin VII. Porphyrogennetos veranlasste.
Musik
Während die liturgische byzantinische Musik besonders seit dem 10. Jahrhundert durch umfangreiches Quellenmaterial in Theorie und Praxis gut erschlossen ist, existieren zur weltlichen Musik nur spärliche Dokumente.
Die Musik besaß im Byzantinischen Reich am Hof und in der Kirche einen gleichermaßen hohen Stellenwert, was in der Rolle des Herrschers als höchste weltliche und kirchliche Macht begründet war. Von weltlicher Musik ist jedoch außer einigen Begrüßungs- und Glückwunschgesängen (Akklamationen und Polychronien) zu Hof- und Staatsfeierlichkeiten nichts bekannt. Instrumentale Musik ist nicht erhalten, aber nach Ausweis der Zeremonienbücher war instrumentale Begleitung der Gesänge und Zwischenspiele üblich. Die Orgel stand als weltliches Instrument im Dienst der kaiserlichen Repräsentation, daneben kamen Trompete, Horn und Becken zum Einsatz. Dennoch hatte die byzantinische Musik in erster Linie eine liturgische Funktion in Form von Kirchenliedern und Hymnen.
Die Kirchenmusik überlebte den Untergang des Reiches. Sie ist ebenso wie der gregorianische Gesang aus der frühchristlichen Musik hervorgegangen. Im 4. Jahrhundert wurde die byzantinische Liturgie durch Basilius den Großen und Johannes I. Chrysostomos festgelegt. Ergänzende Beiträge und Erweiterungen stammten von Gregor von Nazianz und Romanos Melodos, die als Schöpfer neuer Melodien und Texte hervortraten. Bevorzugte Form des Romanos war das Kontakion, im Gegensatz zum einstrophigen Troparion eine vielstrophige Hymnenform, der vom 7. Jahrhundert an der Kanon an Beliebtheit folgte. Als frühe Meister des Kanons gelten Andreas von Kreta und Johannes von Damaskus, der auch als Verfasser des »Oktoechos«, einem nach den acht Tonarten geordneten Liederbuch, bekannt wurde, sowie Kosmas von Jerusalem. Im 9. Jahrhundert beginnt die Zeit der Hymnografen, die nicht zugleich Musiker sind. Die Komponisten der späteren Zeit heißen Melurgen oder Maistores; Johannes Kukuzeles (14. Jahrhundert) ist der namhafteste unter ihnen. Er führte den sog. melismatischen Stil zu einer Blüte, der sich durch reiche Verzierungen (Kalophonien) bestehender Melodien anstelle von kompositorischen Neuschöpfungen auszeichnet.
Auch wenn die byzantinische Musik keine Mehrstimmigkeit im eigentlichen Sinne kennt, verwendet sie als Stütze der Melodie einen vokalen Orgelpunkt (Ison), der nach Abschnitten wechseln kann. Instrumente finden aus theologischen Gründen keine Verwendung. Die Kirchensänger (Psaltai) waren in zwei einander gegenüberstehende respondierende Chöre geteilt. Diese Art der Mehrstimmigkeit kann z. B. heute noch in Georgien, Arabien, bei türkischen Derwischen und Beduinen erlebt werden.
Die byzantinische Musik kennt verschiedene Arten der Notation, die auch auf andere Liturgien des Ostens angewandt wurden (z. B. auf die koptische oder bulgarische): die ekphonetische (8. oder 9. bis 12./13. Jahrhundert), die frühbyzantinische (10.–12. Jahrhundert) mit mehreren Varianten, die mittel- (12.–15. Jahrhundert) und die spätbyzantinische (15.–19. Jahrhundert) und endlich die vereinfachte neugriechische Notation, die auf Chrysanthos von Madytos († 1843) zurückgeht und bis heute praktiziert wird. Einwandfrei lesbar ist die byzantinische Musik erst durch die seit dem 12. Jahrhundert verwendete »runde Notation« (mittelbyzantinisch), deren Deutung jedoch in Bezug auf Rhythmus und Vortragsweise umstritten ist. Aufschlussreiche Musiktraktate sind der »Hagiopolitis« und die »Papadiki«. Die meisten der erhaltenen Musikhandschriften sind nach Sammlungen von Hymnen (Troparion, Sticheron, Kontakion, Kanon) geordnet, die dem Ablauf des Kirchenjahres folgen. Man unterscheidet drei Perioden: eine frühe (10.–12. Jahrhundert), eine mittlere (etwa 1150–1400) und eine späte Periode, die in die Zeit der türkischen Herrschaft hineinreicht (1400–1818).
Tonsystem: In der Theorie lehnte sich die byzantinische Musik an die griechische an, jedoch ist es zu gelegentlichen vorderorientalischen Überlagerungen (insbesondere von Seiten der türkischen Musik) gekommen. Das Tonsystem wies im Mittelalter zwölf Tonarten (Echoi) auf: Neben vier authentischen (Echoi kyrioi) und vier plagalen (Echoi plagioi) gab es noch vier mediale Modi (Echoi mesoi). Die liturgischen Lesungen wurden schon Ende des 4. Jahrhunderts mit den Vortrag untergliedernden Lektionszeichen versehen. Mit dem christlichen Orient stand die Musik lange in Wechselbeziehung (syrischer, koptischer Kirchengesang). Sie wirkte vielleicht auch auf den römisch-lateinischen Kirchengesang ein, v. a. in karolingischer Zeit; insbesondere die Lehre von den zwölf Tonarten und die Prinzipien der Choralnotation hat der Westen möglicherweise von Byzanz übernommen. Die slawische Kirchenmusik geht in ihren Anfängen auf die byzantinische zurück. So finden sich z. B. das Trisagion oder die Hymne der Cherubim in der Kirchenmusik der ägyptischen Christen wieder. Umgekehrt sind, besonders für die Zeit nach dem Untergang des Reiches, Einwirkungen orientalischer Musik (türkisch, arabisch, persisch) auf den byzantinischen Kirchengesang nicht auszuschließen. In der Musik der Gegenwart setzt sich vor allem der 1938 in Athen geborene und in Leipzig lebende D. Terzakis mit der byzantinischen Musik auseinander.
Philosophie und Wissenschaft
Die Geschichte der Philosophie im Byzantinischen Reich umfasst den Zeitraum zwischen Patristik und der Mitte des 15. Jahrhunderts; sie zeigt die besondere Vorliebe der byzantinischen Kultur, das Überlieferte zu bewahren und zu kommentieren. Orientierungspunkte waren auf der Grundlage der christlichen Theologie Platon und Aristoteles und das gegenseitige Verhältnis ihrer Gedanken (so bei Johannes von Damaskus, † 750; Michael Psellos und Nikephoros Blemmydes, † um 1272). Einen großen Einfluss auf die Interpretationen nahm die Philosophie des Neuplatonismus (Gedanken Plotins, die »Isagoge« des Porphyrios). Ebenso fanden Elemente der christlichen Mystik, aus den Schriften der Kirchenväter sowie die dogmatischen Definitionen der sieben ökumenischen Konzile (325–787) Eingang. Durch Michael Psellos' Kommentare zu bedeutenden Autoren der Antike in christlichem Sinne entstand bei den Byzantinern ein neues Verhältnis zur antiken Welt und Philosophie. Der Blüte im 13. Jahrhundert folgte eine Zeit der Übersetzung lateinischer Autoren, die am Anfang gegenseitiger Anregung zwischen Byzanz und dem Westen stand. So kam die Neubelebung der klassischen Studien unter Kaiser Manuel II. auch vielen Humanisten zugute, die nach Byzanz kamen. Damit konnte die byzantinische Philosophie ihren Einfluss im Abendland auch nach dem Fall von Byzanz entfalten durch G. G. Plethon und seinen Schüler, den späteren Kardinal Bessarion, G. Trapezuntios und T. Gaza. Als letzter Neuplatoniker trat Plethon hervor, der die christliche Religion durch eine platonische Lehre ersetzen wollte.
Mit der Schließung der Akademie in Athen durch Kaiser Justinian I. (529) verlagerte sich das Zentrum geistiger Bildung und philosophischer Diskussion nach Konstantinopel. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich auf dem Peloponnes das Zentrum von Mistra, begründet von G. G. Plethon.
Das 6. Jahrhundert kannte die Mathematiker Anthemios von Tralleis, Isidoros von Milet (Erbauer der Hagia Sophia) und Eutokios von Askalon, die Ärzte Aëtios von Amida, Alexander von Tralleis (Bruder des Anthemios), Petros von Ägina. Von weitreichender Bedeutung war das Wirken Leons des Philosophen (oder Mathematikers), der auf der Basis der antiken Mathematik und Geometrie neue Ansätze schuf und diese auch in der Lehre vermittelte. Der Jurist Ioannes Xiphilinos und M. Psellos, Schüler des Ioannes Mauropos, wurden 1045 Dekane der neu gegründeten juristisch-philosophischen Hochschule. Am Hof wirkte der Arzt Symeon Seth, der wie Johannes Aktuarios (Hofarzt, 14. Jahrhundert) neben Galen auch arabische Medizin verwertete. Das von Kaiser Johannes II. Komnenos gegründete Pantokratoros-Spital hatte eine eigene Ärzteschule. Unter Andronikos II. stieg das Interesse an der exakten Wissenschaft (Maximos Planudes, Theodoros Metochites, Nikephoros Gregoras, Gregorios Chioniades).
Recht
Während im Westen mit dem Niedergang des Römischen Reiches das römische Recht auf die Stufe von Vulgarrecht absank, legten die oströmischen Rechtsschulen (Berytos, heute Beirut, und Konstantinopel) ihrem Unterricht weiterhin die klassischen Juristenschriften und Kaisererlasse zugrunde (römisches Recht). Diese unübersichtliche Rechtsmasse ließ Justinian I. (527–565) sichten und unter zeitgemäßer Anpassung auszugsweise zu einem Gesetzbuch zusammenfassen (Corpus Iuris Civilis, 533). Trotz Kommentierungsverbots (zugelassen waren nur dem Wortlaut folgende ergänzende Bemerkungen zu einzelnen Titeln, Paratitla, und kurze Inhaltsangaben, Indices) verlangte die Praxis nach literarischer Verarbeitung des Gesetzes. Es entstanden (schon im 6. Jahrhundert) bruchstückhaft kommentierende Erläuterungen und Monografien, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts von einem unbekannten Verfasser (Anonymus) in die Form eines Katenenkommentars (Katene, griechisch »Kette«) gebracht wurden. Fortschreitende Verflachung der byzantinischen Rechtswissenschaft, v. a. aber der rapide Verlust der Lateinkenntnisse und die dem Gesetz Justinians I. nicht gewachsene Rechtspraxis machten verkürzte Ausgaben notwendig. So entstanden im 8. Jahrhundert unter Leon III. (dem Isaurier) die auf Griechisch abgefasste Ekloge (griechisch »Auszug«), im 9. Jahrhundert die von Basileios I. begonnenen und von seinem Nachfolger Leon VI. vollendeten 60 Bücher der Basiliken (benannt nach dem Initiator Basileios I.). Sie behielten Gesetzeskraft bis zum Untergang des Byzantinischen Reiches (15. Jahrhundert). Die Folgezeit brachte die Basilikenscholien (Kettenkommentare zu den Basiliken) und Synopsen, d. h. alphabetische Auszüge (Synopsis Basilicorum) hervor. Am Ende der Entwicklung des byzantinischen Rechts stehen der Tipukeitos (griechisch »was wo zu finden ist«), eine Inhaltsangabe der Basiliken aus dem 12. Jahrhundert, und schließlich die Hexabiblos (Sechs Bücher), ein von Konstantinos Armenopoulos, Oberster Richter in Thessalonike, um 1345 verfasster »Auszug aus den Auszügen der Auszüge« (Max Kaser), auch Procheiron (griechisch »Handbüchlein der Gesetze«) genannt. Es hat die Türkenzeit überdauert und wurde nach der Neuerrichtung des griechischen Staates 1828 wieder in Kraft gesetzt (galt bis 1946).
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