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Die Forschungslandschaft der Zukunft wird auch von einem stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit und ethische Verantwortung geprägt sein, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse der Forschung im Einklang mit den Bedürfnissen der Gesellschaft und der Umwelt stehen. In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen wissenschaftlicher Innovationen zu berücksichtigen und zu steuern. | Die Forschungslandschaft der Zukunft wird auch von einem stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit und ethische Verantwortung geprägt sein, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse der Forschung im Einklang mit den Bedürfnissen der Gesellschaft und der Umwelt stehen. In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen wissenschaftlicher Innovationen zu berücksichtigen und zu steuern. | ||
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Aktuelle Version vom 13. Februar 2026, 15:20 Uhr
Forschung bezeichnet den systematischen Prozess der Gewinnung von Wissen und Einsichten, der durch die Anwendung von wissenschaftlichen Methoden erfolgt. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Gesellschaft, indem sie neue Erkenntnisse liefert, bestehende Theorien überprüft und innovative Lösungen für gesellschaftliche, technische und wissenschaftliche Herausforderungen entwickelt. Der Begriff der Forschung ist breit gefächert und umfasst sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung, wobei diese Bereiche sich hinsichtlich ihrer Zielsetzung und Methodologie unterscheiden. Im weiteren Sinne schließt der Forschungsprozess die Erhebung von Daten, deren Analyse, die Formulierung von Hypothesen sowie die Interpretation und Verallgemeinerung der gewonnenen Erkenntnisse ein.
Historische Entwicklung der Forschung
Die Geschichte der Forschung ist eng mit der Entwicklung der menschlichen Zivilisation verbunden. Schon in der Antike begannen die Menschen, ihre Umwelt systematisch zu untersuchen, wobei bedeutende Fortschritte in verschiedenen Bereichen wie Mathematik, Astronomie und Medizin gemacht wurden. Die Philosophen des antiken Griechenlands, darunter Pythagoras, Platon und Aristoteles, legten mit ihren methodischen Überlegungen die Grundlagen für das wissenschaftliche Denken. Besonders Aristoteles trug maßgeblich dazu bei, das Konzept der empirischen Untersuchung und der systematischen Klassifikation von Wissen zu etablieren.
Im Mittelalter setzte sich die Tradition des wissenschaftlichen Forschens fort, wenngleich die Wissenschaften oftmals im Kontext religiöser und theologischer Überlegungen standen. Die islamische Welt spielte hierbei eine bedeutende Rolle, insbesondere im Bereich der Mathematik und der Astronomie, wo Wissenschaftler wie al-Razi und Ibn Sina wichtige Beiträge leisteten. Mit der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert erlebte die Forschung eine erneute Blüte. Die Wiederentdeckung antiker Texte und die Einführung neuer wissenschaftlicher Methoden, insbesondere der experimentellen Forschung, förderten die Entwicklung der Naturwissenschaften. Der Physiker Galileo Galilei und der Astronom Johannes Kepler sind nur einige der herausragenden Figuren dieser Zeit.
Im 17. und 18. Jahrhundert führte die wissenschaftliche Revolution zu einem Paradigmenwechsel, der die wissenschaftliche Methode als zentralen Bestandteil des Forschungsprozesses etablierte. In dieser Periode legten Wissenschaftler wie Isaac Newton die Grundlage der modernen Physik. Gleichzeitig begannen Philosophen wie René Descartes und Francis Bacon, die Prinzipien der empirischen Forschung und des logischen Denkens zu verfeinern, die später die Grundlage der modernen wissenschaftlichen Disziplinen bildeten.
Arten der Forschung
Forschung lässt sich grundsätzlich in zwei Hauptkategorien unterteilen: Grundlagenforschung und angewandte Forschung. Die Grundlagenforschung ist primär darauf ausgerichtet, neues Wissen zu schaffen, ohne sofortige praktische Anwendungen im Blick zu haben. Sie verfolgt das Ziel, allgemeine Prinzipien zu verstehen und Theorien zu entwickeln, die als Grundlage für weitere wissenschaftliche Untersuchungen dienen können. Ein herausragendes Beispiel für Grundlagenforschung ist die Entdeckung der Struktur der DNA im Jahr 1953 durch James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins, welche später zu zahlreichen medizinischen und biotechnologischen Innovationen führte.
Die angewandte Forschung hingegen fokussiert sich auf die Lösung spezifischer praktischer Probleme. Sie baut oft auf den Ergebnissen der Grundlagenforschung auf und hat einen direkten Bezug zur Praxis, etwa in den Bereichen Medizin, Technik und Umweltwissenschaften. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Impfstoffen, die auf dem Wissen aus der Grundlagenforschung über Viren und das Immunsystem beruhen.
Neben diesen beiden Hauptarten existieren auch interdisziplinäre Forschungsansätze, die Wissen aus verschiedenen Disziplinen kombinieren, um komplexe Fragestellungen zu bearbeiten. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Bereich der transdisziplinären Forschung herausgebildet, der den Austausch zwischen Wissenschaftlern und der Gesellschaft fördert, um gesellschaftlich relevante Probleme zu lösen.
Forschungsprozess
Der Forschungsprozess umfasst mehrere Phasen, die in der Regel systematisch und iterativ durchgeführt werden. Zunächst erfolgt die Identifikation eines Forschungsproblems, das sich aus einer wissenschaftlichen Fragestellung ergibt. Diese kann durch eine Beobachtung eines Phänomens, das Vorliegen eines unerforschten Bereichs oder das Bedürfnis, bestehende Theorien zu überprüfen, motiviert sein. Darauf folgt die Formulierung einer Hypothese, die als vorläufige Erklärung für das beobachtete Phänomen dient und durch wissenschaftliche Methoden getestet werden soll.
Im nächsten Schritt werden die notwendigen Daten gesammelt, was in der empirischen Forschung oft durch Experimente oder Beobachtungen geschieht. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Daten systematisch und objektiv erhoben werden, um Verzerrungen zu vermeiden. Die anschließende Analyse dieser Daten erfolgt häufig mithilfe statistischer Methoden, um die Hypothese zu überprüfen oder neue Muster zu erkennen.
Nach der Analyse folgt die Interpretation der Ergebnisse. Hierbei wird geprüft, inwieweit die Hypothese bestätigt oder widerlegt wird und welche Schlussfolgerungen aus den Daten gezogen werden können. Diese Ergebnisse werden dann in einem wissenschaftlichen Bericht veröffentlicht, der eine detaillierte Darstellung der Methodik, der Daten und der Schlussfolgerungen enthält. Der Bericht wird von anderen Wissenschaftlern geprüft und diskutiert, was als Peer-Review-Verfahren bekannt ist und die Qualität der Forschung sicherstellen soll.
Forschungsethik
Die Ethik spielt in der Forschung eine entscheidende Rolle, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Versuchspersonen, Tieren und der Umwelt. Die Forschungsprinzipien erfordern, dass Forscher Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Arbeit auf die Gesellschaft übernehmen und sicherstellen, dass ihre Methoden transparent und ihre Ergebnisse nachvollziehbar sind. Ein zentraler Aspekt der Forschungsethik ist die Einhaltung der Prinzipien der Aufrichtigkeit, Unabhängigkeit und der Wahrung der Rechte von Individuen.
Im Bereich der medizinischen Forschung müssen beispielsweise ethische Standards beachtet werden, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten und ihre informierte Einwilligung zu erhalten. Forschung, die auf Menschen oder Tieren basiert, unterliegt in vielen Ländern strengen ethischen Richtlinien und wird häufig von Ethikkommissionen überwacht, um Missbrauch oder Ausbeutung zu verhindern. Insbesondere in der Sozial- und Verhaltensforschung ist es von Bedeutung, dass die Privatsphäre und die Anonymität der Probanden gewahrt bleiben.
Forschungsorganisationen und -infrastruktur
Forschung wird nicht nur von einzelnen Wissenschaftlern betrieben, sondern auch von Forschungsinstitutionen und -organisationen auf nationaler und internationaler Ebene unterstützt. Universitäten, Forschungsinstitute und staatliche sowie private Organisationen spielen eine wesentliche Rolle in der Bereitstellung von Ressourcen, der Finanzierung von Projekten und der Förderung von wissenschaftlichem Austausch.
Zu den weltweit bekanntesten Forschungsorganisationen gehören die Max-Planck-Gesellschaft in Deutschland, das National Institutes of Health (NIH) in den USA und das CERN in der Schweiz. Diese Institutionen bieten nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern tragen auch zur Vernetzung von Wissenschaftlern und zur Entwicklung von Forschungsinfrastrukturen bei, wie zum Beispiel großen Laboren oder supercomputergestützten Rechenzentren.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche internationale Zusammenarbeitseinrichtungen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Raumfahrtorganisation (ESA), die Forschungsprojekte über nationale Grenzen hinweg koordinieren und fördern.
Zukunft der Forschung
Die Zukunft der Forschung ist von einer zunehmenden Interdisziplinarität und globalen Zusammenarbeit geprägt. Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen, wie den Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Sozialwissenschaften, arbeiten immer häufiger zusammen, um komplexe, globale Herausforderungen wie den Klimawandel, Pandemien und die digitale Transformation zu bewältigen. Gleichzeitig gewinnt die Forschung zu künstlicher Intelligenz und den ethischen Fragen rund um deren Anwendung zunehmend an Bedeutung.
Zukünftige Entwicklungen in der Forschung werden auch durch technologische Innovationen vorangetrieben, wie etwa den Einsatz von Quantencomputern, die neue Möglichkeiten für die Verarbeitung von Daten eröffnen, oder durch die Weiterentwicklung der Gentechnik, die potenziell bahnbrechende Anwendungen in der Medizin und Landwirtschaft ermöglicht. Die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlern weltweit versprechen eine noch nie dagewesene Dynamik in der wissenschaftlichen Entdeckung und Entwicklung.
Die Forschungslandschaft der Zukunft wird auch von einem stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit und ethische Verantwortung geprägt sein, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse der Forschung im Einklang mit den Bedürfnissen der Gesellschaft und der Umwelt stehen. In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, die sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen wissenschaftlicher Innovationen zu berücksichtigen und zu steuern.
Siehe auch
Geschichtswissenschaftliche Nachschlagewerke
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Literaturverzeichnis
- Klaus Brockhoff, Alexander Brem: Forschung und Entwicklung: Planung und Organisation des F&E-Managements. 6. Auflage. De Gruyter Oldenbourg, München / Wien 2020.
- Dietrich von Engelhardt: Forschung, medizinische. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 410–416.
- Karl Popper: Logik der Forschung. 11. Auflage. Tübingen 2005.
- Hans Siegwart: Produktentwicklung in der industriellen Unternehmung. (= Uni-Taschenbücher, 315). Haupt Verlag, Bern / Stuttgart 1974.
- E. Staudt: Forschung und Entwicklung. In: Band 2 HWB, Teilbd. 1: A-H. 5., völlig neu gestaltete Auflage. Stuttgart 1993, Sp. 1186 f.
- Heinz Strebel: Die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für das Wachstum industrieller Unternehmungen. (= Betriebswirtschaftliche Studien, 3 ) Dissertation. Technische Hochschule Karlsruhe, Berlin 1968.
- Alfred P. Wagner: Der Schlüssel zum erfolgreichen Produkt: Die modernen Produktideenfindungstechniken in praxisnaher Darstellung. (= Economy management script, 7) Wirtschaftsverlag Orac, Wien 1974.
Beispiele zur Forschung(sgeschichte) in einzelnen Naturwissenschaften:
- Michael Wächter: Kleine Entdeckungsgeschichte(n) der Astronomie im Kontext von Zeitgeschichte und Physik, Verlag Königshausen und Neumann, Würzburg 2018, ISBN 978-3-8260-6511-8,
- ders.: Kleine Entdeckungsgeschichte(n) der Chemie im Kontext von Zeitgeschichte und Naturwissenschaften, Verlag Königshausen und Neumann, ISBN 9783826065101
- ders.: Entdeckungsgeschichte(n) aus den BIOwissenschaften und der Medizin, epubli, ISBN 9783748541561 und als ebook, Verlag Twentysix, ISBN 978-374-0764463,
- ders.: Analytik – die Geschichte. Kleine Entdeckungsgeschichte(n) der Analytik und Forensik, epubli, ISBN 9783748540885 und als ebook ISBN 9783740745318