Psychologische und soziale Auswirkungen des Krieges auf Jugendliche in russisch besetzten Gebieten der Ukraine: Unterschied zwischen den Versionen

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== Abstract ==
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Diese Forschungsarbeit untersucht die Auswirkungen des Krieges auf Jugendliche, die in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine leben. Im Mittelpunkt stehen psychische Belastungen, familiäre Spannungen, der Verlust der nationalen Identität sowie die gezielte Beeinflussung durch Schule, Jugendorganisationen und militärische Ausbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche in diesen Regionen nicht nur unter den Folgen der Besatzung leiden, sondern auch gezielt ideologisch und militärisch geformt werden. Diese Praxis verletzt grundlegende Menschenrechte und internationales Recht.
Diese Forschungsarbeit untersucht die Auswirkungen des Krieges auf Jugendliche, die in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine leben. Im Mittelpunkt stehen psychische Belastungen, familiäre Spannungen, der Verlust der nationalen Identität sowie die gezielte Beeinflussung durch Schule, Jugendorganisationen und militärische Ausbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche in diesen Regionen nicht nur unter den Folgen der Besatzung leiden, sondern auch gezielt ideologisch und militärisch geformt werden. Diese Praxis verletzt grundlegende Menschenrechte und internationales Recht.
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== 10. Autorenschaft ==
== 10. Autorenschaft ==
* Siehe [https://de.wikiversity.org/w/index.php?title=Wikiversity:Wikiscience/Psychologische_und_soziale_Auswirkungen_des_Krieges_auf_Jugendliche_in_russisch_besetzten_Gebieten_der_Ukraine&action=history Versionsgeschichte]
* Siehe [https://scientia.wiki/index.php?title=Psychologische_und_soziale_Auswirkungen_des_Krieges_auf_Jugendliche_in_russisch_besetzten_Gebieten_der_Ukraine&action=history Versionsgeschichte]


== Siehe auch ==
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== Informationen im Internet ==
== Informationen im Internet ==
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* [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-kinder-besetzte-gebiete-100.html Von Russland besetzte Gebiete: Mit Drill Patrioten formen] | Tagesschau.de, 1. Dezember 2024.
* [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-kinder-besetzte-gebiete-100.html Von Russland besetzte Gebiete: Mit Drill Patrioten formen] | Tagesschau.de, 1. Dezember 2024.
* [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-kinder-besatzung-100.html Flucht aus der Ostukraine: Den Besatzern und den Drohungen entkommen] | Tagesschau.de, 4. Oktober 2024.
* [https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-kinder-besatzung-100.html Flucht aus der Ostukraine: Den Besatzern und den Drohungen entkommen] | Tagesschau.de, 4. Oktober 2024.
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Aktuelle Version vom 17. November 2025, 12:01 Uhr

Psychologische und soziale Auswirkungen des Krieges auf Jugendliche in russisch besetzten Gebieten der Ukraine

Abstract

Diese Forschungsarbeit untersucht die Auswirkungen des Krieges auf Jugendliche, die in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine leben. Im Mittelpunkt stehen psychische Belastungen, familiäre Spannungen, der Verlust der nationalen Identität sowie die gezielte Beeinflussung durch Schule, Jugendorganisationen und militärische Ausbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass Jugendliche in diesen Regionen nicht nur unter den Folgen der Besatzung leiden, sondern auch gezielt ideologisch und militärisch geformt werden. Diese Praxis verletzt grundlegende Menschenrechte und internationales Recht.

1. Einleitung

Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur Zerstörung und Vertreibung zur Folge, sondern betrifft auch direkt das Leben der Kinder und Jugendlichen in den besetzten Gebieten. Diese jungen Menschen wachsen in einer Umgebung auf, in der Schule, Freizeit und Familie durch den Einfluss der Besatzungsmacht geprägt sind. Ziel dieser Untersuchung ist es zu zeigen, welche psychischen, sozialen und moralischen Folgen dieser Zustand für die Jugendlichen hat und wie sich ihr Denken und Fühlen unter diesen Bedingungen verändert.

2. Leben unter Besatzung

Jugendliche in den besetzten Gebieten erleben ständige Kontrolle, Angst und Unsicherheit. Sie werden mit der Möglichkeit konfrontiert, für eine fremde Armee kämpfen zu müssen. Die Angst, mit dem 18. Lebensjahr eingezogen zu werden, führt bei vielen zu inneren Konflikten und Ohnmachtsgefühlen.

Der Gedanke, gegen das eigene Land kämpfen zu müssen, erzeugt starke seelische Belastungen. Viele Jugendliche versuchen, dieser Situation durch Flucht zu entkommen, doch nur wenige können dies rechtzeitig.

3. Einfluss durch Bildung

In den Schulen der besetzten Gebiete wurde der Unterricht grundlegend verändert. Ukrainische Sprache und Geschichte wurden abgeschafft. Stattdessen werden Pflichtfächer eingeführt, in denen Russland als Leitbild dargestellt und der Krieg verherrlicht wird.

Schülerinnen und Schüler lernen, Russland als ihr neues Heimatland zu sehen und sich mit den Zielen des russischen Staates zu identifizieren. Regelmäßig treten Soldaten in den Schulen auf und vermitteln, dass der Krieg gegen die Ukraine gerecht sei.

Diese Form der Erziehung soll das Denken der Jugendlichen umformen und ihre bisherige nationale Identität ersetzen.

4. Familiäre Folgen

Die veränderte Erziehung führt zu Spannungen innerhalb der Familien. Eltern, die sich der Besatzung widersetzen, geraten in Konflikt mit ihren eigenen Kindern, die durch die Schule und neue gesellschaftliche Regeln beeinflusst werden.

Manche Kinder sind stolz auf Auszeichnungen, die sie in der neuen russischen Schule erhalten, während ihre Eltern die russische Herrschaft ablehnen. Viele Familien vermeiden Gespräche über Politik, um ihre Kinder nicht zu gefährden, da schon harmlose Äußerungen in der Schule weitergegeben werden können.

Die Besatzungsbehörden überwachen Familien, die sich weigern, die russische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Es kommt zu Hausdurchsuchungen und Drohungen, Kindern das Zuhause zu entziehen. Einige Familien versuchen, heimlich weiter ukrainischen Unterricht online zu besuchen, um den Kontakt zur eigenen Kultur zu bewahren.

5. Heranführung an militärische Strukturen

Neben der ideologischen Beeinflussung werden Jugendliche gezielt an militärisches Denken und Handeln herangeführt. Russische Kinder- und Jugendorganisationen eröffnen in den besetzten Gebieten zahlreiche Büros.

Organisationen wie „Junarmia“ (Jung-Armee) und „Woin“ (Der Krieger) führen Jugendliche an militärische Abläufe heran. Dort werden sie gedrängt, an Treffen und Trainings teilzunehmen. In diesen Lagern lernen sie, mit Waffen umzugehen, Briefe an Soldaten zu schreiben und Disziplin zu üben.

Ein Beispiel aus einem solchen Lager zeigt, dass die Jugendlichen täglich antreten, die russische Hymne singen und Unterricht in Militärtaktik, Funkverkehr, Medizin, Uniformkunde und Drohnensteuerung erhalten. Einige werden sogar in Mineneinheiten eingeteilt und lernen den Umgang mit Granaten und das Ausheben von Schützengräben.

Diese Aktivitäten bereiten die Jugendlichen praktisch und geistig auf den Krieg vor und fördern ein militärisches Weltbild.

6. Rechtliche und moralische Bewertung

Die beschriebenen Vorgänge verstoßen gegen internationales Recht. Nach den Bestimmungen des vierten Genfer Abkommens ist es einer Besatzungsmacht verboten, Jugendliche in den besetzten Gebieten für militärische Zwecke zu verwenden oder sie auf den Dienst in der eigenen Armee vorzubereiten.

Dennoch werden Jugendliche in großem Umfang in militärische Organisationen eingebunden. Russische Behörden berichten selbst darüber, dass Tausende Jugendliche aus den annektierten Gebieten an solchen Lagern teilnehmen.

Diese systematische Einbindung junger Menschen in militärische Strukturen stellt eine Form von Zwang und Manipulation dar und verletzt grundlegende Menschenrechte.

7. Einfluss auf das Denken und Fühlen der Jugendlichen

Der ständige Kontakt mit Propaganda, Kontrolle und Zwang verändert das Denken der Jugendlichen nachhaltig. Viele verlieren das Vertrauen in ihre Umgebung, fühlen sich entfremdet oder schämen sich für ihre Herkunft.

Kinder, die früher ukrainisch dachten und sprachen, werden durch den neuen Unterricht und die gesellschaftlichen Zwänge dazu gebracht, ihre Identität zu verleugnen. Gleichzeitig entsteht Angst, etwas Falsches zu sagen oder die Familie zu gefährden.

Die Folge ist ein Gefühl innerer Zerrissenheit. Jugendliche werden zwischen zwei Welten gedrängt – der Familie, die am ukrainischen Ursprung festhält, und der Besatzungsmacht, die ein neues Selbstbild erzwingen will.

8. Beispiel für bewusste Umformung

Ein besonders deutliches Beispiel für die ideologische Umformung junger Menschen zeigt sich in der Aufnahme ukrainischer Kinder durch Vertreter der Besatzungsmacht. So wird beschrieben, dass ein ukrainischer Junge, der nach Russland gebracht wurde, anfangs proukrainisch eingestellt war, später jedoch durch Gespräche und Einfluss seine Haltung änderte und Russland positiv gegenüberstand.

Dieser Vorgang verdeutlicht, wie gezielt Kinder und Jugendliche durch emotionale und psychologische Mittel in ihrer Meinung beeinflusst werden.

9. Schlussfolgerung

Die Untersuchung zeigt, dass Jugendliche in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine stark unter der Besatzung leiden. Sie werden psychisch, sozial und ideologisch beeinflusst, sodass ihre Identität, ihre Familie und ihr moralisches Denken dauerhaft verändert werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  1. Jugendliche leben in ständiger Angst und Unsicherheit.
  2. Schulen werden als Mittel zur politischen Beeinflussung eingesetzt.
  3. Familien werden durch gegensätzliche Einstellungen innerlich zerrissen.
  4. Jugendliche werden an Waffen und militärisches Denken gewöhnt.
  5. Die beschriebenen Praktiken verstoßen gegen internationales Recht.

Der Krieg zerstört nicht nur das äußere Leben der Jugendlichen, sondern auch ihre seelische Stabilität und ihr Vertrauen in die Welt. Er nimmt ihnen die Kindheit und prägt sie mit einem Bild von Gewalt, Zwang und Misstrauen, das noch lange nach dem Ende der Besatzung wirken wird.

10. Autorenschaft

Siehe auch

Informationen im Internet