Germanische Philologie: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 16:44 Uhr

Die Germanische Philologie ist ein wissenschaftliches Fachgebiet, das sich umfassend mit den germanischen Sprachen, Literaturen, Kulturen und deren Geschichte beschäftigt, aber heute nicht mehr als einzelnes Studienfach gelehrt wird. Sie vereint Elemente der Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Geschichtsforschung und Kulturforschung und untersucht die germanischen Völker von der Antike bis in die Gegenwart.

Ein zentraler Schwerpunkt der Germanischen Philologie liegt auf der „historischen Sprachforschung“. Dabei werden die Entwicklung der germanischen Sprachen von den frühesten bekannten Formen bis zu den modernen Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch und Isländisch, untersucht. Dazu gehören die vergleichende Grammatik, die Rekonstruktion älterer Sprachstufen wie des Urgermanischen, die Dialektologie sowie die Erforschung von Lautgesetzen und Wortbildung.

Die „Literaturwissenschaft“ innerhalb der Germanischen Philologie beschäftigt sich mit der Analyse und Interpretation von Texten in den germanischen Sprachen. Dazu zählen frühe Texte wie Runeninschriften, die Eddas und Sagas der isländischen Literatur, Heldenlieder wie das Beowulf-Epos sowie von Tacitus in lateinischer Sprache überlieferte Beschreibungen der Germanen mit dem Titel Germania. Darüber hinaus gehören die Literatur des Mittelalter, etwa das Nibelungenlied und der Minnesang, sowie die neuzeitliche Literatur in den modernen germanischen Sprachen zum Forschungsbereich. Die Literaturwissenschaft untersucht dabei auch Gattungen, Motive, Stilentwicklung und Überlieferungsgeschichte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Germanischen Philologie ist die „Kultur- und Geschichtsforschung“. Sie analysiert Mythologie, Religion, soziale Strukturen, Siedlungsformen, materielle Kultur, Brauchtum und Traditionen der germanischen Völker. Dabei werden auch Interaktionen mit anderen Kulturen wie den Römern, Kelten und Slawen betrachtet.

Die Philologie umfasst zudem die „Schrift- und Quellenkunde“, einschließlich der Runenkunde, Textkritik, Epigraphik und Diplomatik, die sich mit der Analyse, Interpretation und Edition von schriftlichen Quellen und Inschriften befassen. Ergänzend werden lexikographische und onomastische Studien betrieben, um die Entwicklung von Wörtern, Orts- und Personennamen zu erfassen.

Die Germanische Philologie wird heute in der Regel „nicht mehr als eigenständiges Studienfach“ angeboten. Die Inhalte des Fachs werden stattdessen in die Germanistik, Skandinavistik / Nordistik, Anglistik / Englisch und die historische Linguistik / Indogermanistik integriert. Studierende, die sich für historische Sprachen, germanische Literatur oder Kultur interessieren, wählen innerhalb dieser Fächer entsprechende Module.

Bibliographie

scientia.wiki

Antike Schriftquellen

Germania (Publius Cornelius Tacitus)

Annales (Publius Cornelius Tacitus)

Commentarii de bello Gallico (Gaius Iulius Caesar)

Naturalis historia (Plinius der Ältere)

Lateinische Ausgaben

Übersetzungen

Geographika (Strabon)

  • Geographica | Englische Übersetzung von Hans Claude Hamilton und William Falconer im Perseus Project
  • Geographica | Englische Übersetzung von Horace Leonard Jones in LacusCurtius
  • Geographica | Griechischer Text im Perseus Project

De origine actibusque Getarum bzw. Getica (Jordanes)

Werke von Claudius Ptolemäus

Werke von Cassius Dio

Literaturverzeichnis

Germanische Literatur

Die Edda
Die Nibelungen

Literatur zu den Germanen

  • Germanen | Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Ausbüttel, Frank M.: Die Germanen, 2010.[1]
  • Ausbüttel, Frank M.: Germanische Herrscher von Arminius bis Theoderich, 2007.[2]
  • Bleckmann, Bruno: Die Germanen, 2000.[3]
  • Fischer-Fabian, Siegfried: Die ersten Deutschen, 1975.[4]
  • Krause, Arnulf: Die Geschichte der Germanen, 2002.[5]
  • Künzl, Ernst: Die Germanen, 2019.[6]
  • Pohl, Walter: Die Germanen, 2010.[7]
  • Pötzl, Norbert F.: Die Germanen (Geschichte und Mythos), 2013.[8]
  • Riemer, Ulrike: Die römische Germanienpolitik von Caesar bis Commodus, 2006.[9]
  • Rubel, Alexander: Religion und Kult der Germanen, 2016.[10]
  • Schneider, Helmuth: Feindliche Nachbarn (Rom und die Germanen), 2008.[11]
  • Simek, Rudolf: Die Germanen, 2011.[12]
  • Simek, Rudolf: Die Edda, 2007.[13]
  • Simek, Rudolf: Götter und Kulte der Germanen, 2016.[14]
  • Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie, 2006.[15]
  • Simek, Rudolf: Religion und Mythologie der Germanen, 2014.[16]
  • Timpe, Dieter: Römisch-germanische Begegnung in der späten Republik und frühen Kaiserzeit, 2006.[17]
  • Wolfram, Herwig: Das Römerreich und seine Germanen – eine Erzählung von Herkunft und Ankunft, 2018.[18]
  • Wolfram, Herwig: Die 101 wichtigsten Fragen – Germanen, 2008.[19]
  • Wolfram, Herwig: Die Germanen, 2018.[20]

Wissenschaftliche Publikationen

Sonstige Publikationen

Geschichtswissenschaftliche Nachschlagewerke

Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA)

Deutschsprachige Wikipedia[1]

Germanen
Germanische Völker
Germanien (Germania)
Germanenforschung

Lehrreiche Dokumentationen (Multimediathek)

(Alle Dokumentationen wurden vom Autor dieser Selbststudie gesichtet und als lehrreich befunden. Bei der Auswahl wurde auf seriöse Quellen geachtet.)

Bedeutende Dokumentationen von Akademien der Wissenschaften[2][3]

  1. Anmerkung: Dieser Abschnitt verweist auf Kategorien der deutschsprachigen Wikipedia, in denen zahlreiche relevante Artikel zu den Germanen, den germanischen Völkern und zu Germanien aufgeführt sind. Diese Vorgehensweise ist übersichtlicher, als jeden einzelnen bestehenden oder neu hinzukommenden Artikel hier in der Wikiversität gesondert aufzulisten. Gleichzeitig wird auf diese Weise die Aktualität des Abschnitts gewährleistet.
  2. Akademie der Wissenschaften | Wikipedia
  3. Liste der wissenschaftlichen Akademien | Wikipedia