Wissenschaftliche Forschung am Großen Ägyptischen Museum: Unterschied zwischen den Versionen
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Wissenschaftliche Forschung am Großen Ägyptischen Museum



Das Große Ägyptische Museum in Gizeh bei Kairo, kurz GEM genannt, gehört zu den bedeutendsten kulturellen Projekten Ägyptens. Es ist das größte archäologische Museum der Welt und dient nicht nur der Ausstellung altägyptischer Kunstwerke, sondern auch der wissenschaftlichen Erforschung und Erhaltung des kulturellen Erbes.[1][2]
Eine zentrale Einrichtung innerhalb des Museums ist das Konservierungszentrum, das Grand Egyptian Museum Conservation Center (GEM-CC). Dieses Zentrum spielt eine wichtige Rolle bei der Bewahrung der materiellen Zeugnisse der ägyptischen Geschichte.[1][2]
Das GEM-CC ist mit modernen Laboren und technischen Geräten ausgestattet, die für die Untersuchung und Restaurierung von Artefakten notwendig sind. Fachleute aus verschiedenen Bereichen, darunter Archäologie, Chemie und Materialwissenschaft, arbeiten dort gemeinsam, um alte Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände zu erhalten. Dabei werden sowohl traditionelle als auch neue wissenschaftliche Methoden angewendet, um Schäden an den Objekten zu untersuchen und geeignete Maßnahmen zu ihrem Schutz zu entwickeln.[1][2]
Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht in der Erforschung der Materialien und Techniken, die die alten Ägypter bei der Herstellung ihrer Kunstwerke verwendeten. Besonders Keramiken aus der ptolemäischen und römischen Zeit werden untersucht, um ihre Zusammensetzung und Herstellungsweise besser zu verstehen. Diese Forschung trägt dazu bei, das Wissen über die handwerklichen Fähigkeiten und technologischen Entwicklungen des alten Ägypten zu erweitern.[1][2]
Neben der praktischen Konservierung widmet sich das Zentrum auch der Ausbildung und internationalen Zusammenarbeit. Forschende und Restauratoren aus Ägypten und anderen Ländern tauschen regelmäßig Erfahrungen aus und arbeiten an gemeinsamen Projekten. Dadurch wird nicht nur der wissenschaftliche Austausch gefördert, sondern auch das Bewusstsein für den Schutz des kulturellen Erbes weltweit gestärkt.[1][2]
Das Konservierungszentrum des Großen Ägyptischen Museums ist somit ein bedeutender Ort für Forschung, Bildung und internationale Kooperation. Es zeigt, wie moderne Wissenschaft dazu beitragen kann, die Geschichte Ägyptens zu bewahren und zugleich neue Erkenntnisse über die Vergangenheit zu gewinnen. Auf diese Weise verbindet das Museum die Bewahrung alter Schätze mit dem Ziel, das kulturelle Erbe Ägyptens für kommende Generationen lebendig zu halten.[1][2]
Basisinformationen zum Museum

Der gesamte Museumskomplex erstreckt sich über eine Fläche von 50 Hektar, was einer Größe von rund 500.000 m² entspricht, und befindet sich etwa zwei Kilometer nordnordwestlich der Pyramiden in der Nekropole von Gizeh. Das Museumgebäude selber verfügt über eine Grundfläche von 81.000 m². Architektonisch ist es so gestaltet, dass es sich harmonisch in die Umgebung der Pyramidenlandschaft einfügt.[3]
Die Idee für das Museum entstand in den 1990er-Jahren und der Baubeginn erfolgte 2005. Nach mehreren Verzögerungen wurde das Museum schließlich am 1. November 2025 vollständig eröffnet. Das GEM beherbergt über 100.000 Artefakte, darunter die vollständige Sammlung des Tutanchamun-Grabes. Die Ausstellungen sind thematisch und chronologisch gegliedert, von einem großen Atrium mit der Kolossalstatue des Ramses II. führen Besucher durch Galerien, die Gesellschaft, Religion, Herrschaft und Bestattung im alten Ägypten beleuchten.[3]
Siehe auch
- Siehe Wikimedia Commons
Informationen im Internet
- Internetpräsenz des Großen Ägyptischem Museums (Engl.)
- JICA GEM-CC PROJECT (Engl.)
- The Conservation Laboratory of the Grand Egyptian Museum | Ägyptisches Ministerium für Tourismus und Altertümer (Engl.)
- Ägyptens Riesenmuseum eröffnet: „Gigantisch“, „pompös“ – und milliardenteuer | Tagesschau.de, 1. November 2025.