Tacitus’ Germania: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| | | | ||
== Tacitus’ ''Germania'' == | == Tacitus’ ''Germania'' == | ||
[[Datei:Codex Aesinas Germania Incipt facsimile.jpeg|thumb|250px| Das [[w:Faksimile|Faksimile]] des [[ | [[Datei:Codex Aesinas Germania Incipt facsimile.jpeg|thumb|250px| Das [[w:Faksimile|Faksimile]] des [[wikipedia:de:Incipit|Incipts]] der ''Germania'' des [[wikipedia:de:Tacitus|Tacitus]] des ''[[wikipedia:de:Codex Aesinas|Codex Aesinas Latinus]]''.]] | ||
Bei der Übersetzung von „''Tacitus’ Germania''“ in die [[ | Bei der Übersetzung von „''Tacitus’ Germania''“ in die [[wikipedia:de:Deutsche Sprache|deutsche Sprache]] handelt es sich erst um eine wortgetreue und auch moderne Übertragung aller 46 Kapitel der [[wikipedia:de:Germania (Tacitus)|''Germania'']] durch den Autor [[Benutzer:Wulfrich|''Andreas A. F. W. H. Ulrich sen.'']] Die ''Germania'' ist das einzigste und zugleich wichtigste zusammenhängende Zeugnis der [[wikipedia:de:Antike|Antike]] über die [[Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)#9. Germanische Völker (Germanische Stämme)|germanischen Völker]] und ihren [[Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)#10. Germanien (Germania)|Lebensraum]]. Sie bildet die Grundlage unseres Wissens über ihre Herkunft, ihre Lebensweise und ihre Kultur. Die neue Übersetzung bewahrt Sinn, [[wikipedia:de:Terminologie|Terminologie]] und größtmögliche Nähe zur [[wikipedia:de:Syntax|Syntax]] des [[wikipedia:de:Altlatein|altlateinischen]] Originals ohne interpretative Zusätze oder inhaltliche Vereinfachungen. Zugleich ist die Fassung so formuliert, dass sie sich flüssig und leicht verständlich lesen lässt. Frühere Übersetzungen sind oft in einer altertümlichen deutschen Sprache verfasst und daher schwer zugänglich. Eine moderne Übersetzung öffnet den Text dagegen für eine breitere Leserschaft und trägt dazu bei, die Bedeutung der Germanen für die [[wikipedia:de:Geschichte Europas|europäische Geschichte]] besser zu verstehen. Die neue Übersetzung ist als Arbeitsmaterial für das Selbststudium gedacht; etwaige Modernisierungen betreffen ausschließlich die deutsche Ausdrucksweise und [[wikipedia:de:Orthografie|Orthografie]], nicht den Inhalt. Die Arbeit ist Teil der Selbststudie „[[Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)|Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)]]“. | ||
__TOC__ | __TOC__ | ||
== Die Geschichte von Tacitus’ ''Germania'' == | == Die Geschichte von Tacitus’ ''Germania'' == | ||
Die ''Germania'', mit vollem Titel ''De origine et situ Germanorum'' („Über Ursprung und geographische Lage der Germanen“), wurde um 98 n. Chr. von dem [[w:Römisches Reich|römischen]] Senator und Historiker Publius Cornelius Tacitus verfasst. In dieser ethnographischen Schrift beschreibt Tacitus die Lebensweise, Sitten, Stammesstrukturen und Kriegsführung der germanischen Völker nördlich des Römischen Reiches. | Die ''Germania'', mit vollem Titel ''De origine et situ Germanorum'' („Über Ursprung und geographische Lage der Germanen“), wurde um 98 n. Chr. von dem [[w:Römisches Reich|römischen]] Senator und Historiker Publius Cornelius Tacitus verfasst. In dieser ethnographischen Schrift beschreibt Tacitus die Lebensweise, Sitten, Stammesstrukturen und Kriegsführung der germanischen Völker nördlich des Römischen Reiches. | ||
Version vom 10. Januar 2026, 10:17 Uhr
| Diese Seite befindet sich im Entstehungsprozess und ist noch nicht offizieller Bestandteil des wissenschaftlichen Forschungsprojekts scientia.wiki.
Falls Sie über eine Suchmaschine auf diese Seite gelangt sind, beachten Sie bitte, dass der Text noch unvollständig ist und Fehler oder ungeprüfte Aussagen enthalten kann. Beiträge zu dieser Seite sind willkommen. |
Tacitus’ GermaniaBei der Übersetzung von „Tacitus’ Germania“ in die deutsche Sprache handelt es sich erst um eine wortgetreue und auch moderne Übertragung aller 46 Kapitel der Germania durch den Autor Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. Die Germania ist das einzigste und zugleich wichtigste zusammenhängende Zeugnis der Antike über die germanischen Völker und ihren Lebensraum. Sie bildet die Grundlage unseres Wissens über ihre Herkunft, ihre Lebensweise und ihre Kultur. Die neue Übersetzung bewahrt Sinn, Terminologie und größtmögliche Nähe zur Syntax des altlateinischen Originals ohne interpretative Zusätze oder inhaltliche Vereinfachungen. Zugleich ist die Fassung so formuliert, dass sie sich flüssig und leicht verständlich lesen lässt. Frühere Übersetzungen sind oft in einer altertümlichen deutschen Sprache verfasst und daher schwer zugänglich. Eine moderne Übersetzung öffnet den Text dagegen für eine breitere Leserschaft und trägt dazu bei, die Bedeutung der Germanen für die europäische Geschichte besser zu verstehen. Die neue Übersetzung ist als Arbeitsmaterial für das Selbststudium gedacht; etwaige Modernisierungen betreffen ausschließlich die deutsche Ausdrucksweise und Orthografie, nicht den Inhalt. Die Arbeit ist Teil der Selbststudie „Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)“. Die Geschichte von Tacitus’ GermaniaDie Germania, mit vollem Titel De origine et situ Germanorum („Über Ursprung und geographische Lage der Germanen“), wurde um 98 n. Chr. von dem römischen Senator und Historiker Publius Cornelius Tacitus verfasst. In dieser ethnographischen Schrift beschreibt Tacitus die Lebensweise, Sitten, Stammesstrukturen und Kriegsführung der germanischen Völker nördlich des Römischen Reiches. Das Werk entstand in einer Zeit, in der die Expansion Roms an der Rhein- und Donaugrenze auf Widerstand stieß. Tacitus wollte seinen römischen Lesern ein Bild der Germanen vermitteln, das einerseits die Gefährlichkeit dieser Nachbarn betonte, andererseits aber auch ihre „ursprüngliche Tugendhaftigkeit“ dem vermeintlich dekadenten Rom gegenüberstellte. Die Schrift war im Mittelalter zeitweise verschollen, wurde jedoch im 15. Jahrhundert wiederentdeckt und hatte großen Einfluss auf das europäische Geschichts- und Selbstverständnis. Besonders in der Neuzeit wurde die Germania häufig politisch und ideologisch instrumentalisiert – von der Romantik bis hin zur nationalsozialistischen Propaganda. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Quellen für das frühe Bild der germanischen Völker, muss jedoch kritisch gelesen werden, da Tacitus’ Darstellung zugleich auch von römischer Perspektive und politischen Absichten geprägt ist. Siehe dazu auch: Tacitus’ Germania in deutscher SpracheDie Übersetzung von Tacitus’ Germania erfolgt kapitelweise. Zunächst wird eine wortgetreue Übersetzung verfasst, anschließend folgt eine leichter verständliche Version. Das bedeutet, dass die zuvor kompliziert formulierte, wortgetreue Übersetzung anschließend in eine klarere und leichter lesbare Fassung übertragen wird. Beide Übersetzungen werden jeweils untereinander dargestellt. Die Originaltexte werden im unteren Abschnitt „Lateinischer Originaltext“ aufgeführt. Das Werk gliedert sich in zwei Hauptteile: Allgemeiner Teil (Kapitel 1–27)
Besonderer Teil (Kapitel 28–46)(Tacitus beschreibt hier einzelne Völker mit ihren Eigenarten.)
Kapitel 1Wortgetreue Übersetzung„Ganz Germanien ist im Westen und Süden durch die Flüsse Rhein und Donau von den Galliern, Rätern und Pannoniern getrennt. Im Osten trennen es Berge oder die gegenseitige Furcht von den Sarmaten und Daken. Der Rest des Landes wird vom Ozean umschlossen, der weite Buchten und unzählige Inseln birgt. Einige dieser Völker und Könige wurden uns erst vor Kurzem durch Kriegszüge bekannt. Der Rhein entspringt aus einem unzugänglichen und steilen Gletscher in den rätischen Alpen, biegt dann sanft nach Westen ab und mündet schließlich in die Nordsee. Die Donau entspringt aus einem sanften, leicht erhöhten Bergrücken des Abnobagbirges und fließt durch die Gebiete mehrerer Völker, bis sie mit sechs Mündungen ins Schwarze Meer gelangt; ein siebter Arm wird von Sümpfen verschlungen.[1] Verständliche Übersetzung„Ganz Germanien wird im Westen und Süden durch die Flüsse Rhein und Donau von den Galliern, Rätern und Pannoniern getrennt. Im Osten trennen Berge oder die gegenseitige Angst vor den Sarmaten und Dazier das Land. Den Rest umgibt der Ozean mit weiten Buchten und vielen Inseln. Erst kürzlich hat man von manchen Völkern und Königen erfahren, als der Krieg sie sichtbar machte. Der Rhein entspringt in den hohen rätischen Alpen. Er biegt sich nach Westen und fließt schließlich in den nördlichen Ozean. Die Donau kommt aus den sanften Gipfeln des Schwarzwaldes, fließt durch viele Länder und mündet über sechs Arme ins Schwarze Meer. Ein siebter Arm geht jedoch in Sümpfen verloren.“ Kapitel 2Wortgetreue Übersetzung„Die Germanen selbst halte ich für Ureinwohner des Landes, die sich nicht mit anderen Völkern vermischt haben. Denn in früherer Zeit gab es keine Einwanderungen über Land, und nur wenige Schiffe aus unserer Welt erreichen den weiten, jenseitigen Ozean. Zudem, wer würde schon die Gefahren eines schrecklichen und unbekannten Meeres auf sich nehmen, um Asien, Afrika oder Italien zu verlassen und nach Germanien zu ziehen, einem Land, dessen Landschaften hässlich, dessen Klima rau und dessen Lebensbedingungen unwirtlich sind – es sei denn, es ist die eigene Heimat? In ihren alten Gesängen, der einzigen Form ihrer Geschichtsüberlieferung, preisen sie den aus der Erde stammenden Gott Tuisto und seinen Sohn Mannus als Gründer und Stammvater ihres Volkes. Dem Mannus schreiben sie drei Söhne zu, nach denen die Stämme am Meer Ingwaeonen, die in der Mitte Herminonen und die Übrigen Istwaeonen genannt werden. Manche behaupten, wie es eben in der Freiheit des Altertums vorkommt, es gäbe noch mehr Söhne des Gottes und mehr Volksnamen: Marser, Gambrivier, Sueben und Vandilier, allesamt wirkliche und alte Namen. Das Wort Germania sei hingegen neu und erst vor Kurzem hinzugefügt worden, weil jene, die zuerst den Rhein überquerten und die Gallier vertrieben, damals Germanen genannt wurden und heute Tungrer heißen. So habe sich der Name eines einzelnen Stammes allmählich auf das ganze Volk übertragen, sodass sich alle, zunächst aus Furcht vor den Siegern, bald auch freiwillig mit der Bezeichnung Germanen benannten.“[2] Verständliche Übersetzung„Ich glaube, dass die Germanen echte Einheimische sind und nicht aus vielen verschiedenen Völkern zusammengesetzt wurden. Wer früher in ein fremdes Land ziehen wollte, kam nicht zu Fuß, sondern mit Schiffen. Aber der große, weite Ozean, der Germanien vom Rest der Welt trennt, wurde damals kaum von Schiffen befahren. Außerdem: Wer würde – abgesehen von der Gefahr, über das raue, unbekannte Meer zu reisen – aus Asien, Afrika oder Italien nach Germanien kommen, wo das Land karg ist, das Klima hart und die Dörfer einfach gebaut, wenn es nicht seine Heimat wäre? Die Germanen erzählen in alten Liedern – denn das war ihre einzige Art, Geschichte weiterzugeben – von Tuisto, einem Gott, der aus der Erde geboren wurde. Dieser Gott hatte einen Sohn namens Mannus, der als Gründer ihres Volkes gilt. Mannus hatte drei Söhne, nach denen die Stämme benannt sind: Die Ingaevonen leben am Meer, die Herminonen in der Mitte des Landes, und die Istaevonen im übrigen Gebiet. Manche alten Berichte sagen, dass es noch mehr Söhne von Tuisto gab und noch mehr Stämme, zum Beispiel die Marser, Gambrivier, Sueben und Vandilier. Diese Namen seien sehr alt und echt.Der Name „Germania“ selbst ist dagegen relativ neu. Früher wurden nur die Menschen so genannt, die als erste den Rhein überquerten und die Gallier vertrieben haben – sie hießen damals Tungrer. Nach und nach bekam aber das ganze Volk diesen Namen. Zuerst aus Respekt oder Furcht vor den Siegern, später auch einfach, weil sich der Name eingebürgert hatte.“ Kapitel 3Wortgetreue Übersetzung„Man berichtet, dass auch ein Herkules bei ihnen gewesen sei, und dass sie ihn als den ersten von allen tapferen Männern besingen, wenn sie in die Kämpfe gehen. Auch haben sie jene Lieder, durch deren Vortrag, den sie Bardit nennen, sie die Seelen entflammen und durch den Gesang selbst das Schicksal des zukünftigen Kampfes vorhersagen. Denn sie erschrecken oder zittern, je nachdem, wie das Heer ertönt hat, und es scheint weniger ein Zusammenklang der Stimme als vielmehr der Tapferkeit zu sein. Angestrebt wird besonders Rauheit des Tones und ein gebrochenes Murmeln, indem sie die Schilde vor den Mund halten, damit die Stimme voller und schwerer durch den Widerhall anschwillt. Einige wiederum glauben, dass Odysseus nach seiner langen und sagenhaften Irrfahrt in diesen Ozean gelangt sei und die Länder Germaniens betreten habe. Asciburgium, das am Ufer des Rheins liegt und heute noch bewohnt ist, sei von ihm gegründet und nach ihm benannt worden. Sogar ein Altar, der Odysseus geweiht und mit dem Namen seines Vaters Laertes versehen war, sei einst an derselben Stelle gefunden worden. Zudem existieren Denkmäler und bestimmte Grabhügel mit griechischen Inschriften noch heute an der Grenze zwischen Germanien und Rätiens. Dies aber soll weder durch Beweise bestätigt noch widerlegt werden: Jeder möge nach eigener Überzeugung Glauben schenken oder bezweifeln.“[3] Verständliche Übersetzung„Man erzählt, dass eine Art von Herkules bei den Germanen gewesen sein soll. Die Germanen besingen ihn als den tapfersten aller Männer, besonders bevor sie in eine Schlacht ziehen. Sie haben eigene Lieder, die sie Bardit nennen. Beim Singen dieser Lieder machen sie sich Mut und glauben sogar, dass man daraus voraussehen kann, wie eine Schlacht ausgehen wird. Je nachdem, wie die Lieder klingen, fühlen sie sich entweder stärker oder ängstlich. Dabei geht es nicht nur um den Klang der Stimmen, sondern vor allem um Tapferkeit. Die Germanen achten darauf, dass der Ton rau und das Dröhnen tief ist. Oft halten sie ihre Schilde vor den Mund, damit der Klang zurückschallt und die Stimmen dadurch noch lauter und kräftiger werden. Manche erzählen auch, dass Odysseus nach seinen langen Abenteuern in diesen Ozean gelangt sei und dann nach Germanien gekommen sei. Asburg, ein Ort am Ufer des Rheins, soll von ihm gegründet und benannt worden sein. Sogar ein Altar, den Odysseus geweiht haben soll und auf dem der Name seines Vaters Laertes stand, sei dort gefunden worden. Noch heute gäbe es Denkmäler und Grabhügel mit griechischen Buchstaben an der Grenze zwischen Germanien und Raetien. Darum soll man selbst entscheiden, ob man daran glaubt oder nicht: Jeder darf nach eigener Überzeugung zustimmen oder zweifeln.“ Kapitel 4Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 5Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 6Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 7Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 8Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 9Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 10Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 11Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 12Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 13Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 14Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 15Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 16Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 17Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 18Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 19Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 20Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 21Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 22Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 23Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 24Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 25Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 26Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 27Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 28Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 29Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 30Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 31Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 32Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 33Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 34Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 35Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 36Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 37Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 38Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 39Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 40Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 41Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 42Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 43Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 44Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 45Wortgetreue Übersetzung„Jenseits der Suionen ein anderes Meer, träge und beinahe unbeweglich, wodurch umschlossen und eingeschlossen die Erdscheibe, hieran der Glaube, weil der äußerste Glanz der schon untergehenden Sonne bis zu den Aufgängen hindurchscheint, so hell, dass er die Sterne schwächt; zudem fügt die Überzeugung hinzu, dass der Klang des Hervortretens gehört und die Gestalten von Rossen und die Strahlen des Hauptes erblickt werden. Bis dorthin (und die Kunde ist wahr) nur Natur. Also nun am rechten Ufer des suebischen Meeres werden die Geschlechter der Aestier bespült, denen die Sitten und die Tracht der Sueben, die Sprache näher der britannischen. Die Mutter der Götter verehren sie. Als Kennzeichen des Aberglaubens tragen sie Gestalten von Ebern: dies gilt als Waffe und als Schutz für alle, und sichert den Verehrer der Göttin auch unter Feinden. Selten die Benutzung von Eisen, häufig die von Knüppeln. Getreide und die übrigen Früchte bearbeiten sie geduldiger, als es der gewohnten Trägheit der Germanen entspricht. Aber auch das Meer durchforschen sie, und allein von allen sammeln sie Bernstein, den sie selbst glesum nennen, zwischen Untiefen und am Ufer selbst. Weder welche Natur noch welche Ursache ihn hervorbringe, ist wie bei Barbaren erfragt oder bekannt; lange Zeit lag er auch unter den übrigen Auswürfen des Meeres, bis unsere Üppigkeit ihm den Namen gab. Ihnen selbst in keinem Gebrauch, roh wird er aufgelesen, unförmig hervorgebracht, und sie nehmen staunend den Preis an. Dass er aber Saft der Bäume ist, erkennt man, weil gewisse irdische und auch geflügelte Tiere zumeist darin durchscheinen, die vom Saft umhüllt bald in verhärteter Masse eingeschlossen werden. Fruchtbarere also Wälder und Haine wie in den Abgeschiedenheiten des Ostens, wo Weihrauch und Balsam ausschwitzen, so glaube ich seien auch in den Inseln und Ländern des Westens vorhanden, die durch die Strahlen der nahen Sonne herausgepresst und verflüssigt ins nächste Meer herabgleiten und durch die Gewalt der Stürme an entgegengesetzte Küsten ausgeworfen werden. Wenn sie die Natur des Bernsteins mit angelegtem Feuer prüfen, wird er in der Art einer Fackel entzündet und unterhält eine fette und übelriechende Flamme; bald erweicht er wie Pech oder Harz. Suionen die Geschlechter der Sitoner schließen sich an. Im Übrigen ähnlich, unterscheiden sie sich in einem, dass eine Frau herrscht; so sehr verfallen sie nicht nur von der Freiheit, sondern auch von der Knechtschaft.|ref=[4] Verständliche Übersetzung„Jenseits der Suionen liegt ein anderes Meer, das ruhig und fast unbeweglich ist. Man glaubt, dass die Erde hier eingeschlossen wird, weil das Licht der untergehenden Sonne so weit reicht, dass es bis zu den Sonnenaufgängen scheint und die Sterne dabei schwächt. Außerdem glaubt man, dass man das Geräusch der herannahenden Dinge hören kann und Pferdegestalten sowie Sonnenstrahlen erkennt. Bis dorthin herrscht nur die Natur. Am rechten Ufer dieses suebischen Meeres leben die Aestier. Ihre Sitten und Kleidung ähneln denen der Sueben, ihre Sprache ist eher wie die der Briten. Sie verehren die Mutter der Götter. Aus religiösen Gründen tragen sie Darstellungen von Ebern, die sowohl als Waffe als auch als Schutz dienen und den Gläubigen selbst unter Feinden schützen. Sie benutzen selten Eisen, dafür oft Knüppel. Getreide und andere Früchte bearbeiten sie sorgfältiger, als es bei den meisten Germanen üblich ist. Auch das Meer erforschen sie. Als einzige sammeln sie Bernstein, den sie glesum nennen, zwischen Untiefen und am Ufer. Niemand kennt genau, wie oder warum er entsteht. Lange Zeit wurde er nur als eine Art Meeresabfall angesehen, bis er von den Menschen benannt wurde. Sie selbst nutzen den Bernstein nicht, sondern sammeln ihn roh, unförmig, und nehmen staunend den Preis dafür an. Man hat erkannt, dass Bernstein eigentlich Saft von Bäumen ist, weil darin oft kleine Tiere eingeschlossen sind – sowohl Landtiere als auch Vögel –, die vom Baumharz umhüllt und später hart werden. Ähnlich wie in den fernen östlichen Wäldern, wo Weihrauch und Balsam entstehen, vermutet man, dass Bernstein auch in westlichen Inseln und Ländern gebildet wird: Sonnenstrahlen pressen den Harz aus, er fließt ins Meer und wird durch Stürme an entfernte Küsten geschwemmt. Prüft man Bernstein mit Feuer, brennt er wie eine Fackel mit einer fettigen, unangenehm riechenden Flamme und wird weich wie Pech oder Harz. Direkt neben den Suionen leben die Sitoner. Sie sind im Großen und Ganzen ähnlich, unterscheiden sich aber darin, dass bei ihnen eine Frau herrscht. Dadurch sind sie nicht nur frei, sondern auch unabhängig von Unterdrückung.“ Kapitel 46Wortgetreue Übersetzung„Hier ist das Ende Suebiens. Ich zweifle, ob ich die Stämme der Peukiner, Veneder und Fennen den Germanen oder den Sarmaten zurechnen soll, obwohl die Peukiner, die manche Bastarner nennen, in Sprache, Lebensweise, Sitz und Wohnungen wie Germanen leben. Schmutz aller und Trägheit der Vornehmsten; durch gemischte Heiraten haben sie etwas von der Gestalt der Sarmaten angenommen. Die Veneder haben vieles von den Sitten übernommen; denn was immer an Wäldern und Bergen sich zwischen Peukinern und Fennen erhebt, durchstreifen sie mit Raubzügen. Diese jedoch werden eher zu den Germanen gezählt, weil sie auch Häuser errichten und Schilde tragen und sich des Fußgebrauchs und der Schnelligkeit erfreuen: was alles verschieden von den Sarmaten ist, die in Wagen und auf dem Pferd leben. Bei den Fennen wunderbare Wildheit, abscheuliche Armut: keine Waffen, keine Pferde, keine Häuser; Pflanzen zur Nahrung, Felle zur Kleidung, die Erde das Lager: allein in den Pfeilen die Hoffnung, die sie wegen Mangel an Eisen mit Knochen schärfen. Und dieselbe Jagd nährt die Männer ebenso wie die Frauen; sie begleiten überallhin und beanspruchen einen Teil der Beute. Und keine andere Zuflucht für die Kinder vor Tieren und Regen, als dass sie in irgendeinem Geflecht von Zweigen bedeckt werden: hierher kehren die jungen Männer zurück, dies ist der Alten Zuflucht. Doch sie halten sich für glücklicher, als zu seufzen über Felder, sich abzumühen in Häusern, an eigenem und fremdem Besitz bei Hoffnung und Furcht sich zu mühen: sicher gegen Menschen, sicher gegen Götter haben sie das Schwerste erreicht, dass sie nicht einmal eines Wunsches bedürfen. Das Übrige schon Fabelhaftes: die Hellusionen und Oxionen sollen Gesichter und Antlitz von Menschen, Körper und Glieder von Tieren haben: was ich, da unerforscht, in der Schwebe lassen will.“|ref=[5] Verständliche Übersetzung„Hier endet Suebien. Ich bin mir unsicher, ob die Stämme der Peukiner, Veneder und Fennen zu den Germanen oder zu den Sarmaten gehören. Die Peukiner, die manche auch Bastarner nennen, leben in Sprache, Lebensweise, Häusern und Siedlungen wie die Germanen. Sie sind schmutzig und faul, besonders die Vornehmen. Durch gemischte Heiraten haben sie etwas vom Aussehen der Sarmaten übernommen. Die Veneder haben viele Bräuche übernommen. Alles, was zwischen Peukinern und Fennen an Wäldern und Bergen liegt, durchstreifen sie auf Raubzügen. Die Fennen hingegen werden eher zu den Germanen gezählt, weil sie Häuser bauen, Schilde tragen und zu Fuß schnell und geschickt sind – im Gegensatz zu den Sarmaten, die in Wagen oder auf Pferden leben. Die Fennen sind sehr wild und arm. Sie haben keine Waffen, keine Pferde und keine Häuser. Sie ernähren sich von Pflanzen, kleiden sich in Tierfelle und schlafen auf der Erde. Ihre einzige Hoffnung liegt in Pfeilen, die sie wegen fehlenden Eisens aus Knochen spitzen. Die Jagd versorgt Männer und Frauen gleichermaßen mit Nahrung; Frauen begleiten die Männer überallhin und bekommen einen Anteil an der Beute. Kinder haben keinen Schutz vor Tieren oder Regen, außer dass sie in einfache Geflechte aus Zweigen gelegt werden. Junge Männer kehren dorthin zurück, und die Alten finden dort ihre Ruhe. Trotz allem halten sie sich für glücklich. Sie müssen nicht schuften, um Felder zu bestellen, Häuser zu bauen oder Besitz zu verteidigen – weder ihren eigenen noch den fremden. Sie sind sicher vor Menschen und Göttern und haben das erreicht, was viele für das Schwerste halten: sie brauchen nichts weiter, um zufrieden zu sein. Über das Übrige gibt es schon fast märchenhafte Geschichten: Die Hellusionen und Oxionen sollen Menschen-Gesichter, aber Körper von Tieren haben. Da ich das nicht erforschen kann, lasse ich es offen.“ Tacitus’ Germania in lateinischer Sprache als antike Textquelle dieser Übersetzung
Lateinische Wörterbücher für diese Übersetzung
Lateinischer Originaltext
|
