Tacitus’ Germania
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Tacitus’ GermaniaBei der Übersetzung von „Tacitus’ Germania“ in die deutsche Sprache handelt es sich erst um eine wortgetreue und auch moderne Übertragung aller 46 Kapitel der Germania durch den Autor Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. Die Germania ist das einzigste und zugleich wichtigste zusammenhängende Zeugnis der Antike über die germanischen Völker und ihren Lebensraum. Sie bildet die Grundlage unseres Wissens über ihre Herkunft, ihre Lebensweise und ihre Kultur. Die neue Übersetzung bewahrt Sinn, Terminologie und größtmögliche Nähe zur Syntax des altlateinischen Originals ohne interpretative Zusätze oder inhaltliche Vereinfachungen. Zugleich ist die Fassung so formuliert, dass sie sich flüssig und leicht verständlich lesen lässt. Frühere Übersetzungen sind oft in einer altertümlichen deutschen Sprache verfasst und daher schwer zugänglich. Eine moderne Übersetzung öffnet den Text dagegen für eine breitere Leserschaft und trägt dazu bei, die Bedeutung der Germanen für die europäische Geschichte besser zu verstehen. Die neue Übersetzung ist als Arbeitsmaterial für das Selbststudium gedacht; etwaige Modernisierungen betreffen ausschließlich die deutsche Ausdrucksweise und Orthografie, nicht den Inhalt. Die Arbeit ist Teil der Selbststudie „Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)“. Die Geschichte von Tacitus’ GermaniaDie Germania, mit vollem Titel De origine et situ Germanorum („Über Ursprung und geographische Lage der Germanen“), wurde um 98 n. Chr. von dem römischen Senator und Historiker Publius Cornelius Tacitus verfasst. In dieser ethnographischen Schrift beschreibt Tacitus die Lebensweise, Sitten, Stammesstrukturen und Kriegsführung der germanischen Völker nördlich des Römischen Reiches. Das Werk entstand in einer Zeit, in der die Expansion Roms an der Rhein- und Donaugrenze auf Widerstand stieß. Tacitus wollte seinen römischen Lesern ein Bild der Germanen vermitteln, das einerseits die Gefährlichkeit dieser Nachbarn betonte, andererseits aber auch ihre „ursprüngliche Tugendhaftigkeit“ dem vermeintlich dekadenten Rom gegenüberstellte. Die Schrift war im Mittelalter zeitweise verschollen, wurde jedoch im 15. Jahrhundert wiederentdeckt und hatte großen Einfluss auf das europäische Geschichts- und Selbstverständnis. Besonders in der Neuzeit wurde die Germania häufig politisch und ideologisch instrumentalisiert – von der Romantik bis hin zur nationalsozialistischen Propaganda. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Quellen für das frühe Bild der germanischen Völker, muss jedoch kritisch gelesen werden, da Tacitus’ Darstellung zugleich auch von römischer Perspektive und politischen Absichten geprägt ist. Siehe dazu auch: Tacitus’ Germania in deutscher SpracheDie Übersetzung von Tacitus’ Germania erfolgt kapitelweise. Zunächst wird eine wortgetreue Übersetzung verfasst, anschließend folgt eine leichter verständliche Version. Das bedeutet, dass die zuvor kompliziert formulierte, wortgetreue Übersetzung anschließend in eine klarere und leichter lesbare Fassung übertragen wird. Beide Übersetzungen werden jeweils untereinander dargestellt. Die Originaltexte werden im unteren Abschnitt „Lateinischer Originaltext“ aufgeführt. Das Werk gliedert sich in zwei Hauptteile: Allgemeiner Teil (Kapitel 1–27)
Besonderer Teil (Kapitel 28–46)(Tacitus beschreibt hier einzelne Völker mit ihren Eigenarten.)
Kapitel 1Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 2Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 3Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 4Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 5Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 6Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 7Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 8Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 9Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 10Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 11Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 12Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 13Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 14Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 15Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 16Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 17Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 18Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 19Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 20Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 21Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 22Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 23Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 24Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 25Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 26Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 27Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 28Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 29Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 30Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 31Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 32Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 33Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 34Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 35Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 36Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 37Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 38Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 39Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 40Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 41Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 42Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 43Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 44Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 45Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche Übersetzung„Jenseits der Suionen liegt ein anderes Meer, das ruhig und fast unbeweglich ist. Man glaubt, dass die Erde hier eingeschlossen wird, weil das Licht der untergehenden Sonne so weit reicht, dass es bis zu den Sonnenaufgängen scheint und die Sterne dabei schwächt. Außerdem glaubt man, dass man das Geräusch der herannahenden Dinge hören kann und Pferdegestalten sowie Sonnenstrahlen erkennt. Bis dorthin herrscht nur die Natur. Am rechten Ufer dieses suebischen Meeres leben die Aestier. Ihre Sitten und Kleidung ähneln denen der Sueben, ihre Sprache ist eher wie die der Briten. Sie verehren die Mutter der Götter. Aus religiösen Gründen tragen sie Darstellungen von Ebern, die sowohl als Waffe als auch als Schutz dienen und den Gläubigen selbst unter Feinden schützen. Sie benutzen selten Eisen, dafür oft Knüppel. Getreide und andere Früchte bearbeiten sie sorgfältiger, als es bei den meisten Germanen üblich ist. Auch das Meer erforschen sie. Als einzige sammeln sie Bernstein, den sie glesum nennen, zwischen Untiefen und am Ufer. Niemand kennt genau, wie oder warum er entsteht. Lange Zeit wurde er nur als eine Art Meeresabfall angesehen, bis er von den Menschen benannt wurde. Sie selbst nutzen den Bernstein nicht, sondern sammeln ihn roh, unförmig, und nehmen staunend den Preis dafür an. Man hat erkannt, dass Bernstein eigentlich Saft von Bäumen ist, weil darin oft kleine Tiere eingeschlossen sind – sowohl Landtiere als auch Vögel –, die vom Baumharz umhüllt und später hart werden. Ähnlich wie in den fernen östlichen Wäldern, wo Weihrauch und Balsam entstehen, vermutet man, dass Bernstein auch in westlichen Inseln und Ländern gebildet wird: Sonnenstrahlen pressen den Harz aus, er fließt ins Meer und wird durch Stürme an entfernte Küsten geschwemmt. Prüft man Bernstein mit Feuer, brennt er wie eine Fackel mit einer fettigen, unangenehm riechenden Flamme und wird weich wie Pech oder Harz. Direkt neben den Suionen leben die Sitoner. Sie sind im Großen und Ganzen ähnlich, unterscheiden sich aber darin, dass bei ihnen eine Frau herrscht. Dadurch sind sie nicht nur frei, sondern auch unabhängig von Unterdrückung.“ Kapitel 46Wortgetreue Übersetzung„Hier ist das Ende Suebiens. Ich zweifle, ob ich die Stämme der Peukiner, Veneder und Fennen den Germanen oder den Sarmaten zurechnen soll, obwohl die Peukiner, die manche Bastarner nennen, in Sprache, Lebensweise, Sitz und Wohnungen wie Germanen leben. Schmutz aller und Trägheit der Vornehmsten; durch gemischte Heiraten haben sie etwas von der Gestalt der Sarmaten angenommen. Die Veneder haben vieles von den Sitten übernommen; denn was immer an Wäldern und Bergen sich zwischen Peukinern und Fennen erhebt, durchstreifen sie mit Raubzügen. Diese jedoch werden eher zu den Germanen gezählt, weil sie auch Häuser errichten und Schilde tragen und sich des Fußgebrauchs und der Schnelligkeit erfreuen: was alles verschieden von den Sarmaten ist, die in Wagen und auf dem Pferd leben. Bei den Fennen wunderbare Wildheit, abscheuliche Armut: keine Waffen, keine Pferde, keine Häuser; Pflanzen zur Nahrung, Felle zur Kleidung, die Erde das Lager: allein in den Pfeilen die Hoffnung, die sie wegen Mangel an Eisen mit Knochen schärfen. Und dieselbe Jagd nährt die Männer ebenso wie die Frauen; sie begleiten überallhin und beanspruchen einen Teil der Beute. Und keine andere Zuflucht für die Kinder vor Tieren und Regen, als dass sie in irgendeinem Geflecht von Zweigen bedeckt werden: hierher kehren die jungen Männer zurück, dies ist der Alten Zuflucht. Doch sie halten sich für glücklicher, als zu seufzen über Felder, sich abzumühen in Häusern, an eigenem und fremdem Besitz bei Hoffnung und Furcht sich zu mühen: sicher gegen Menschen, sicher gegen Götter haben sie das Schwerste erreicht, dass sie nicht einmal eines Wunsches bedürfen. Das Übrige schon Fabelhaftes: die Hellusionen und Oxionen sollen Gesichter und Antlitz von Menschen, Körper und Glieder von Tieren haben: was ich, da unerforscht, in der Schwebe lassen will.“|ref=[1] Verständliche Übersetzung„Hier endet Suebien. Ich bin mir unsicher, ob die Stämme der Peukiner, Veneder und Fennen zu den Germanen oder zu den Sarmaten gehören. Die Peukiner, die manche auch Bastarner nennen, leben in Sprache, Lebensweise, Häusern und Siedlungen wie die Germanen. Sie sind schmutzig und faul, besonders die Vornehmen. Durch gemischte Heiraten haben sie etwas vom Aussehen der Sarmaten übernommen. Die Veneder haben viele Bräuche übernommen. Alles, was zwischen Peukinern und Fennen an Wäldern und Bergen liegt, durchstreifen sie auf Raubzügen. Die Fennen hingegen werden eher zu den Germanen gezählt, weil sie Häuser bauen, Schilde tragen und zu Fuß schnell und geschickt sind – im Gegensatz zu den Sarmaten, die in Wagen oder auf Pferden leben. Die Fennen sind sehr wild und arm. Sie haben keine Waffen, keine Pferde und keine Häuser. Sie ernähren sich von Pflanzen, kleiden sich in Tierfelle und schlafen auf der Erde. Ihre einzige Hoffnung liegt in Pfeilen, die sie wegen fehlenden Eisens aus Knochen spitzen. Die Jagd versorgt Männer und Frauen gleichermaßen mit Nahrung; Frauen begleiten die Männer überallhin und bekommen einen Anteil an der Beute. Kinder haben keinen Schutz vor Tieren oder Regen, außer dass sie in einfache Geflechte aus Zweigen gelegt werden. Junge Männer kehren dorthin zurück, und die Alten finden dort ihre Ruhe. Trotz allem halten sie sich für glücklich. Sie müssen nicht schuften, um Felder zu bestellen, Häuser zu bauen oder Besitz zu verteidigen – weder ihren eigenen noch den fremden. Sie sind sicher vor Menschen und Göttern und haben das erreicht, was viele für das Schwerste halten: sie brauchen nichts weiter, um zufrieden zu sein. Über das Übrige gibt es schon fast märchenhafte Geschichten: Die Hellusionen und Oxionen sollen Menschen-Gesichter, aber Körper von Tieren haben. Da ich das nicht erforschen kann, lasse ich es offen.“ Tacitus’ Germania in lateinischer Sprache als antike Textquelle dieser Übersetzung
Lateinische Wörterbücher für diese Übersetzung
Lateinischer Originaltext
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