H3N2 Subklade K: Eine neue Gefahr in der Grippesaison 2025/26
In der laufenden Grippesaison rückt ein neuer Subtyp des Influenza-A-Virus besonders in den Fokus der Forschung und der Gesundheitspolitik. Dabei handelt es sich um die Variante H3N2 Subklade K. Diese entwickelte Version von Influenza A (H3N2) breitet sich derzeit rasch in mehreren Ländern Europas, Nordamerikas und Asiens aus und könnte die Schwere und Dynamik der Grippewelle deutlich beeinflussen.
Der Ursprung dieser Subklade liegt im üblichen jährlichen Wandel der zirkulierenden Influenzaviren, im Fachjargon als viral drift bezeichnet. Bei H3N2 Subklade K handelt es sich nicht um einen radikalen Viren-Shift, sondern um mutative Anpassungen, die das Virus effizienter übertragbar machen und gleichzeitig die Immunabwehr, die bei früheren H3N2-Stämmen aufgebaut wurde, teilweise umgehen.
Erste epidemiologische Daten zeigen ein deutlich früheres Einsetzen der Grippewelle als in normalen Jahren, teils um mehrere Wochen. Schätzungen deuten darauf hin, dass die Infektionszahlen bei dieser Variante um etwa 20 Prozent über dem Durchschnitt früherer Jahre liegen könnten.
Klinisch gibt es bisher keine Hinweise auf grundlegend veränderte Symptome im Vergleich zu klassischen saisonalen Grippeinfektionen. Häufig finden sich Fieber, Husten, Halsschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und allgemeine Schwäche. Durch die erhöhte Übertragbarkeit ist jedoch mit einer größeren Zahl schwerer Verläufe zu rechnen, besonders bei Risikogruppen wie älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die saisonalen Grippeimpfstoffe, die auf vorhersehbare Varianten ausgelegt sind, H3N2 Subklade K nur eingeschränkt abdecken. Die Impfung kann weiterhin vor schweren Verläufen schützen, einen vollständigen Schutz vor Infektion bietet sie jedoch möglicherweise nicht zuverlässig.
Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, jetzt trotz der späten Jahreszeit eine Impfung in Betracht zu ziehen und einfache Schutzmaßnahmen durchzuführen: Maskentragen bei Symptomen, regelmäßiges Lüften, Händewaschen und Kontakte meiden bei Krankheit.
In der Gesamtschau zeigt sich, dass H3N2 Subklade K kein ganz neues Virus ist, sondern eine evolutionäre Weiterentwicklung eines bekannten Influenzastyps. Die kombinierte Wirkung aus erhöhter Übertragbarkeit und teilweiser Immun-Flucht stellt jedoch eine reale Herausforderung dar. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie stark diese Welle ausfallen wird und inwieweit Impfstoffanpassungen oder zusätzliche Gegenmaßnahmen nötig sind.
Sekundärquellen
- Neuer Influenza-Subtyp: Was in dieser Grippesaison zu erwarten ist | Tagesschau.de, 27. November 2025. Abgerufen am 28. November 2025.