Benutzer:Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. (Wulfrich)/Wikiscience und scientia.wiki

Die Geschichte von Wikiscience und insbesondere die Entstehung des Namens gehen auf das Jahr 2004 zurück. Ich entwickelte die Idee, als sich damals das Projekt „Wikispecies“ durch Benedikt Mandl in der Wikimedia Foundation formierte. Aufgrund der Namensähnlichkeit entstand der Begriff „Wikiscience“. Zusätzlich inspiriert durch Wikipedia, die die Veröffentlichung wissenschaftlicher Forschung nur eingeschränkt zuließ, entstand der Gedanke, ein eigenes Projekt im Internet zu initiieren, das sich auf wissenschaftliche Inhalte konzentriert. Dieses Vorhaben gestaltete sich jedoch als schwierig, da es zu dieser Zeit nur wenige Wikiplattformen im Internet gab. Die existierenden Plattformen arbeiteten zudem überwiegend werbefinanziert. Meine Idee eines Gemeinschaftsprojekts namens „Wikiscience“ blieb dennoch bestehen, konnte jedoch zusätzlich aufgrund der damaligen technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden.
Die Wikimedia Foundation, die 2003 gegründet wurde und alle Wikimedia-Projekte betreibt, zeigte zu diesem Zeitpunkt nur begrenztes Interesse an einer Erweiterung um ein weiteres Projekt. Gleichzeitig war das Konzept von Wikiscience noch nicht ausgereift, sodass mein Vorhaben zusätzlich in den Hintergrund trat. Außerdem musste ich mich 2004 aus familiären Gründen von allen Projekten der Wikimedia Foundation zurückziehen.
Im Jahr 2025, also 21 Jahre später, kehrte ich zu Wikimedia zurück und meldete mich endlich auch mit einem Benutzerkonto im Meta-Wiki an, um ein geeignetes Projekt für eine Mitarbeit zu finden. Ich entschied mich für Wikiversity. Bei der Suche stieß ich aber auf vorgeschlagene, jedoch noch nicht realisierte Projekte und entdeckte dabei ein Projekt namens „Wikiscience“, das seit 2019 lediglich als Vorschlag existierte und ohne Konzept dastand. Erinnerungen an mein eigenes, nie umgesetztes Vorhaben mit dem gleichen Namen führten dazu, dass ich den Vorschlag aufgriff, ein vorläufiges Konzept erstellte und das Projekt offiziell unter Angabe meines bürgerlichen Namens übernahm sowie ein Logo kreierte.
In der deutschsprachigen Wikiversity entstand in mir schließlich die Idee, die wissenschaftliche Forschung wieder in die Wikiversity zu integrieren, da diese Überlegung auch der ursprünglichen Gründungsidee zur Wikiversity entsprach. Kurz darauf habe ich Wikiscience aus den Vorschlägen für zukünftige Wikimedia-Projekte nach sechs Jahren herausgenommen und als internes Forschungsprojekt in die deutschsprachige Wikiversity eingegliedert.
Zukünftige Planungen für Wikiscience
Wissenschaftliche Forschungsarbeit in der allgemeinen Gemeinschaft
Für das Jahr 2026 habe ich die Idee, wissenschaftliche Forschungsarbeiten gemeinschaftlich zu verfassen. Konkret bedeutet dies, dass zum Beispiel die eigene in Wikiscience veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit von anderen Nutzern erweitert werden kann – ähnlich wie Artikel in der Wikipedia. Dabei sollte der grundlegende Aufbau der Forschungsarbeit unverändert bleiben, während inhaltliche Ergänzungen ausdrücklich erwünscht sind. Von diesem Verfahren erhoffe ich, dass durch die Nutzung von Kollektivintelligenz neue wissenschaftliche Ideen entstehen und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden könnten.
Mit Wikiscience möchte ich eine Möglichkeit schaffen, dass jeder Mensch aktiv an einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem Forschungsprojekt mitarbeiten kann. Anders als bisher, wo wissenschaftliche Arbeiten meist nur von einem einzelnen Autor oder einem kleinen Kreis von Autoren verfasst wurden, möchte ich, dass Inhalte von allen Interessierten erweitert, ergänzt oder verbessert werden.
Ich bin überzeugt, dass durch die Beteiligung einer vielfältigen Gemeinschaft neue Perspektiven, kreative Ansätze und innovative Ideen entstehen, die in traditioneller Forschung oft ungenutzt bleiben. Jeder Beitrag – sei er fachlich fundiert oder aus praktischer Erfahrung abgeleitet – kann die Arbeit bereichern, Fehler aufdecken, Argumentationen verbessern und die Gesamtergebnisse qualitativ stärken.
Mit Wikiscience möchte ich die Forschung grundlegend demokratisieren: Wissenschaft soll nicht mehr ausschließlich Experten vorbehalten sein, sondern für alle zugänglich werden. Jeder kann zum Fortschritt beitragen, sei es durch neue Daten, kritische Hinweise oder inhaltliche Ergänzungen. So wird Forschung nicht nur inklusiver, sondern auch effizienter, da das Teilen von Wissen und Ressourcen Doppelarbeit vermeidet. Mit dieser zusätzlichen Idee möchte ich Wissenschaft offener, kreativer, kollaborativer und stärker am realen Wissen aller Menschen ausrichten.
Überlegungen zum Projektantrieb
Allgemein herrscht die Meinung, dass Forschung nur an Universitäten oder ähnlichen Institutionen betrieben werden kann. Ich sehe das anders, denn Forschung beginnt bereits im Kopf – unabhängig vom Alter oder vom Bildungsgrad.
Schon in meiner Schulzeit entfachte ich eine besondere Neugier für naturwissenschaftliche Phänomene. Ich beobachtete die Flamme eines Bunsenbrenners und wollte wissen, in welchem Bereich der Flamme die höchste Temperatur herrscht. Meine damaligen Klassenkameraden interessierte das nicht; für sie war Feuer einfach Feuer. Mich jedoch faszinierte, welche Farbe der Flamme die heißeste Stelle darstellt.
Damals gab es kein Wikipedia. Ich hatte Microsoft Encarta auf meinem Computer, doch auch dort fand ich nur begrenzte Informationen. Deshalb überlegte ich mir kurzfristig ein eigenes Experiment. Ich hielt eine Büroklammer in verschiedene Bereiche der Flamme und rechnete die Zeit aus, in der ich mich am anderen Ende der Klammer verbrennen würde.
Ich denke, dass man auch in der heutigen Zeit an dieser Art von Forschung ansetzen muss.
Auslagerung von Wikiscience
Wie eingangs in der Geschichte beschrieben, war Wikiscience ursprünglich von mir als eigenständiges Projekt innerhalb der Wikimedia-Familie geplant. Sechs Jahre lang stand es als Vorschlag zur Diskussion, bis ich auf die Idee kam, es mit der deutschsprachigen Wikiversity zu verbinden, auch wenn es sich dennoch inhaltlich etwas abgrenzt. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen, dass Wikiscience der „Nachwuchs“ der deutschsprachigen Wikiversity ist. Hier entstand im Prinzip die Gesamtidee, weshalb das Projekt auch hierher gehört. Eine Genehmigung als eigenständiges Wikimedia-Projekt wäre wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.
In der heutigen Zeit hat sich das Internet jedoch gewandelt, und es gibt mittlerweile Wikifarmen, die werbefreie Wikis anbieten. Im Ernstfall ist das Projekt so ausgerichtet, dass es vollständig exportiert werden kann, inklusive aller Versionsgeschichten. Persönlich habe ich jedoch in der deutschsprachigen Wikiversity mein Betätigungsfeld gefunden, auch wenn ich keine klassischen Arbeitsmaterialien erstelle, sondern mich auf Forschung konzentriere. Junge Menschen würden heute wohl sagen: „Das ist meine Homebase.“