Tacitus’ Germania
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Tacitus’ GermaniaBei der Übersetzung von „Tacitus’ Germania“ in die deutsche Sprache handelt es sich erst um eine wortgetreue und auch moderne Übertragung aller 46 Kapitel der Germania durch den Autor Andreas A. F. W. H. Ulrich sen. Die Germania ist das einzigste und zugleich wichtigste zusammenhängende Zeugnis der Antike über die germanischen Völker und ihren Lebensraum. Sie bildet die Grundlage unseres Wissens über ihre Herkunft, ihre Lebensweise und ihre Kultur. Die neue Übersetzung bewahrt Sinn, Terminologie und größtmögliche Nähe zur Syntax des altlateinischen Originals ohne interpretative Zusätze oder inhaltliche Vereinfachungen. Zugleich ist die Fassung so formuliert, dass sie sich flüssig und leicht verständlich lesen lässt. Frühere Übersetzungen sind oft in einer altertümlichen deutschen Sprache verfasst und daher schwer zugänglich. Eine moderne Übersetzung öffnet den Text dagegen für eine breitere Leserschaft und trägt dazu bei, die Bedeutung der Germanen für die europäische Geschichte besser zu verstehen. Die neue Übersetzung ist als Arbeitsmaterial für das Selbststudium gedacht; etwaige Modernisierungen betreffen ausschließlich die deutsche Ausdrucksweise und Orthografie, nicht den Inhalt. Die Arbeit ist Teil der Selbststudie „Germanen, germanische Völker, Germanien (Wissenschaft, Forschung, Lehre)“. Die Geschichte von Tacitus’ GermaniaDie Germania, mit vollem Titel De origine et situ Germanorum („Über Ursprung und geographische Lage der Germanen“), wurde um 98 n. Chr. von dem römischen Senator und Historiker Publius Cornelius Tacitus verfasst. In dieser ethnographischen Schrift beschreibt Tacitus die Lebensweise, Sitten, Stammesstrukturen und Kriegsführung der germanischen Völker nördlich des Römischen Reiches. Das Werk entstand in einer Zeit, in der die Expansion Roms an der Rhein- und Donaugrenze auf Widerstand stieß. Tacitus wollte seinen römischen Lesern ein Bild der Germanen vermitteln, das einerseits die Gefährlichkeit dieser Nachbarn betonte, andererseits aber auch ihre „ursprüngliche Tugendhaftigkeit“ dem vermeintlich dekadenten Rom gegenüberstellte. Die Schrift war im Mittelalter zeitweise verschollen, wurde jedoch im 15. Jahrhundert wiederentdeckt und hatte großen Einfluss auf das europäische Geschichts- und Selbstverständnis. Besonders in der Neuzeit wurde die Germania häufig politisch und ideologisch instrumentalisiert – von der Romantik bis hin zur nationalsozialistischen Propaganda. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Quellen für das frühe Bild der germanischen Völker, muss jedoch kritisch gelesen werden, da Tacitus’ Darstellung zugleich auch von römischer Perspektive und politischen Absichten geprägt ist. Siehe dazu auch: Tacitus’ Germania in deutscher SpracheDie Übersetzung von Tacitus’ Germania erfolgt kapitelweise. Zunächst wird eine wortgetreue Übersetzung verfasst, anschließend folgt eine leichter verständliche Version. Das bedeutet, dass die zuvor kompliziert formulierte, wortgetreue Übersetzung anschließend in eine klarere und leichter lesbare Fassung übertragen wird. Beide Übersetzungen werden jeweils untereinander dargestellt. Die Originaltexte werden im unteren Abschnitt „Lateinischer Originaltext“ aufgeführt. Das Werk gliedert sich in zwei Hauptteile: Allgemeiner Teil (Kapitel 1–27)
Besonderer Teil (Kapitel 28–46)(Tacitus beschreibt hier einzelne Völker mit ihren Eigenarten.)
Kapitel 1Wortgetreue Übersetzung„Ganz Germanien ist im Westen und Süden durch die Flüsse Rhein und Donau von den Galliern, Rätern und Pannoniern getrennt. Im Osten trennen es Berge oder die gegenseitige Furcht von den Sarmaten und Daken. Der Rest des Landes wird vom Ozean umschlossen, der weite Buchten und unzählige Inseln birgt. Einige dieser Völker und Könige wurden uns erst vor Kurzem durch Kriegszüge bekannt. Der Rhein entspringt aus einem unzugänglichen und steilen Gletscher in den rätischen Alpen, biegt dann sanft nach Westen ab und mündet schließlich in die Nordsee. Die Donau entspringt aus einem sanften, leicht erhöhten Bergrücken des Abnobagbirges und fließt durch die Gebiete mehrerer Völker, bis sie mit sechs Mündungen ins Schwarze Meer gelangt; ein siebter Arm wird von Sümpfen verschlungen.[1] Verständliche Übersetzung„Ganz Germanien wird im Westen und Süden durch die Flüsse Rhein und Donau von den Galliern, Rätern und Pannoniern getrennt. Im Osten trennen Berge oder die gegenseitige Angst vor den Sarmaten und Dazier das Land. Den Rest umgibt der Ozean mit weiten Buchten und vielen Inseln. Erst kürzlich hat man von manchen Völkern und Königen erfahren, als der Krieg sie sichtbar machte. Der Rhein entspringt in den hohen rätischen Alpen. Er biegt sich nach Westen und fließt schließlich in den nördlichen Ozean. Die Donau kommt aus den sanften Gipfeln des Schwarzwaldes, fließt durch viele Länder und mündet über sechs Arme ins Schwarze Meer. Ein siebter Arm geht jedoch in Sümpfen verloren.“ Kapitel 2Wortgetreue Übersetzung„Die Germanen selbst halte ich für Ureinwohner des Landes, die sich nicht mit anderen Völkern vermischt haben. Denn in früherer Zeit gab es keine Einwanderungen über Land, und nur wenige Schiffe aus unserer Welt erreichen den weiten, jenseitigen Ozean. Zudem, wer würde schon die Gefahren eines schrecklichen und unbekannten Meeres auf sich nehmen, um Asien, Afrika oder Italien zu verlassen und nach Germanien zu ziehen, einem Land, dessen Landschaften hässlich, dessen Klima rau und dessen Lebensbedingungen unwirtlich sind – es sei denn, es ist die eigene Heimat? In ihren alten Gesängen, der einzigen Form ihrer Geschichtsüberlieferung, preisen sie den aus der Erde stammenden Gott Tuisto und seinen Sohn Mannus als Gründer und Stammvater ihres Volkes. Dem Mannus schreiben sie drei Söhne zu, nach denen die Stämme am Meer Ingwaeonen, die in der Mitte Herminonen und die Übrigen Istwaeonen genannt werden. Manche behaupten, wie es eben in der Freiheit des Altertums vorkommt, es gäbe noch mehr Söhne des Gottes und mehr Volksnamen: Marser, Gambrivier, Sueben und Vandilier, allesamt wirkliche und alte Namen. Das Wort Germania sei hingegen neu und erst vor Kurzem hinzugefügt worden, weil jene, die zuerst den Rhein überquerten und die Gallier vertrieben, damals Germanen genannt wurden und heute Tungrer heißen. So habe sich der Name eines einzelnen Stammes allmählich auf das ganze Volk übertragen, sodass sich alle, zunächst aus Furcht vor den Siegern, bald auch freiwillig mit der Bezeichnung Germanen benannten.“[2] Verständliche Übersetzung„Ich glaube, dass die Germanen echte Einheimische sind und nicht aus vielen verschiedenen Völkern zusammengesetzt wurden. Wer früher in ein fremdes Land ziehen wollte, kam nicht zu Fuß, sondern mit Schiffen. Aber der große, weite Ozean, der Germanien vom Rest der Welt trennt, wurde damals kaum von Schiffen befahren. Außerdem: Wer würde – abgesehen von der Gefahr, über das raue, unbekannte Meer zu reisen – aus Asien, Afrika oder Italien nach Germanien kommen, wo das Land karg ist, das Klima hart und die Dörfer einfach gebaut, wenn es nicht seine Heimat wäre? Die Germanen erzählen in alten Liedern – denn das war ihre einzige Art, Geschichte weiterzugeben – von Tuisto, einem Gott, der aus der Erde geboren wurde. Dieser Gott hatte einen Sohn namens Mannus, der als Gründer ihres Volkes gilt. Mannus hatte drei Söhne, nach denen die Stämme benannt sind: Die Ingaevonen leben am Meer, die Herminonen in der Mitte des Landes, und die Istaevonen im übrigen Gebiet. Manche alten Berichte sagen, dass es noch mehr Söhne von Tuisto gab und noch mehr Stämme, zum Beispiel die Marser, Gambrivier, Sueben und Vandilier. Diese Namen seien sehr alt und echt.Der Name „Germania“ selbst ist dagegen relativ neu. Früher wurden nur die Menschen so genannt, die als erste den Rhein überquerten und die Gallier vertrieben haben – sie hießen damals Tungrer. Nach und nach bekam aber das ganze Volk diesen Namen. Zuerst aus Respekt oder Furcht vor den Siegern, später auch einfach, weil sich der Name eingebürgert hatte.“ Kapitel 3Wortgetreue Übersetzung„Man berichtet, dass auch ein Herkules bei ihnen gewesen sei, und dass sie ihn als den ersten von allen tapferen Männern besingen, wenn sie in die Kämpfe gehen. Auch haben sie jene Lieder, durch deren Vortrag, den sie Bardit nennen, sie die Seelen entflammen und durch den Gesang selbst das Schicksal des zukünftigen Kampfes vorhersagen. Denn sie erschrecken oder zittern, je nachdem, wie das Heer ertönt hat, und es scheint weniger ein Zusammenklang der Stimme als vielmehr der Tapferkeit zu sein. Angestrebt wird besonders Rauheit des Tones und ein gebrochenes Murmeln, indem sie die Schilde vor den Mund halten, damit die Stimme voller und schwerer durch den Widerhall anschwillt. Einige wiederum glauben, dass Odysseus nach seiner langen und sagenhaften Irrfahrt in diesen Ozean gelangt sei und die Länder Germaniens betreten habe. Asciburgium, das am Ufer des Rheins liegt und heute noch bewohnt ist, sei von ihm gegründet und nach ihm benannt worden. Sogar ein Altar, der Odysseus geweiht und mit dem Namen seines Vaters Laertes versehen war, sei einst an derselben Stelle gefunden worden. Zudem existieren Denkmäler und bestimmte Grabhügel mit griechischen Inschriften noch heute an der Grenze zwischen Germanien und Rätiens. Dies aber soll weder durch Beweise bestätigt noch widerlegt werden: Jeder möge nach eigener Überzeugung Glauben schenken oder bezweifeln.“[3] Verständliche Übersetzung„Man erzählt, dass eine Art von Herkules bei den Germanen gewesen sein soll. Die Germanen besingen ihn als den tapfersten aller Männer, besonders bevor sie in eine Schlacht ziehen. Sie haben eigene Lieder, die sie Bardit nennen. Beim Singen dieser Lieder machen sie sich Mut und glauben sogar, dass man daraus voraussehen kann, wie eine Schlacht ausgehen wird. Je nachdem, wie die Lieder klingen, fühlen sie sich entweder stärker oder ängstlich. Dabei geht es nicht nur um den Klang der Stimmen, sondern vor allem um Tapferkeit. Die Germanen achten darauf, dass der Ton rau und das Dröhnen tief ist. Oft halten sie ihre Schilde vor den Mund, damit der Klang zurückschallt und die Stimmen dadurch noch lauter und kräftiger werden. Manche erzählen auch, dass Odysseus nach seinen langen Abenteuern in diesen Ozean gelangt sei und dann nach Germanien gekommen sei. Asburg, ein Ort am Ufer des Rheins, soll von ihm gegründet und benannt worden sein. Sogar ein Altar, den Odysseus geweiht haben soll und auf dem der Name seines Vaters Laertes stand, sei dort gefunden worden. Noch heute gäbe es Denkmäler und Grabhügel mit griechischen Buchstaben an der Grenze zwischen Germanien und Raetien. Darum soll man selbst entscheiden, ob man daran glaubt oder nicht: Jeder darf nach eigener Überzeugung zustimmen oder zweifeln.“ Kapitel 4Wortgetreue Übersetzung„Ich schließe mich selbst der Ansicht derjenigen an, die glauben, dass die Völker Germaniens durch keinerlei Vermischung mit anderen Nationen verunreinigt worden seien, sondern dass sie ein eigenes, unverfälschtes und nur sich selbst gleiches Geschlecht hervorgebracht haben. Daher auch die Erscheinung der Körper, so wie in so großer Zahl von Menschen, bei allen dieselbe: wilde und blauäugige Augen, rötliche Haare, große Körper und nur für den Angriff stark. In Mühsal und Arbeiten nicht die gleiche Ausdauer, und am wenigsten fähig, Durst und Hitze zu ertragen; an Kälte und Hunger aber hat sie das Klima oder der Boden gewöhnt.“[4] Verständliche Übersetzung„Ich schließe mich der Meinung derer an, die glauben, dass die Völker Germaniens nicht mit anderen Nationen vermischt wurden. Sie haben ein eigenes, reines Volk hervorgebracht, das nur sich selbst gleicht. Das zeigt sich auch am Aussehen: Viele haben wilde, blauäugige Blicke, rötliche Haare und große, kräftige Körper, die besonders für den Angriff stark sind. Bei harter Arbeit oder Anstrengung sind sie aber nicht so ausdauernd, und Hitze oder Durst können sie nur schwer ertragen. An Kälte und Hunger dagegen sind sie durch das Klima und den Boden ihres Landes gewöhnt.“ Kapitel 5Wortgetreue Übersetzung„Das Land, wenn es auch in der Erscheinung etwas verschieden ist, ist im Ganzen jedoch entweder von Wäldern schauerlich oder von Sümpfen hässlich, feuchter, wo es gegen Gallien hinblickt, windiger, wo es gegen Noricum und Pannonien hinblickt; ziemlich fruchtbar, ungeduldig fruchttragender Bäume, an Vieh reich, aber meist von geringer Größe. Nicht einmal für die Rinder besteht eine eigene Auszeichnung oder Ruhm der Stirn: sie erfreuen sich an der Zahl, und dies allein ist der liebste Reichtum. Ob die Götter, gnädig oder zürnend, Silber und Gold versagt haben, bezweifle ich. Doch könnte ich nicht behaupten, dass kein Gang in Germanien Silber oder Gold hervorbringt: denn wer hat es erforscht? Am Besitz und Gebrauch liegt ihnen nicht viel. Man sieht bei ihnen silberne Gefäße, den Gesandten und Fürsten von ihnen als Geschenk gegeben, nicht in anderer Wertschätzung als die, welche aus Ton geformt werden; obgleich die Nahen wegen des Gebrauchs im Handel Gold und Silber im Ansehen haben und gewisse Gestalten unseres Geldes erkennen und auswählen. Die im Inneren gebrauchen einfacher und altertümlicher den Tausch der Waren. Geld billigen sie alt und lange bekannt, gesägte und zweispännige. Silber auch mehr als Gold ziehen sie vor, nicht aus Zuneigung des Gemütes, sondern weil die Zahl der Silbergeldstücke leichter im Gebrauch ist bei den Händlern für Gemeines und Geringes.“[5] Verständliche Übersetzung„Das Land in Germanien sieht zwar unterschiedlich aus, wirkt aber insgesamt eher düster: An vielen Stellen ist es von dunklen Wäldern bedeckt oder von sumpfigen Gebieten durchzogen. Dort, wo es an Gallien grenzt, ist es feuchter, und in Richtung Noricum und Pannonien ist es windiger. Der Boden ist zwar ziemlich fruchtbar, doch Bäume mit vielen Früchten wachsen dort kaum. Vieh gibt es reichlich, allerdings ist es meistens eher klein. Selbst die Rinder sind nicht besonders kräftig oder auffällig. Wichtiger als Schönheit oder Stärke ist für die Menschen die Anzahl ihrer Tiere – das ist ihr liebster Reichtum. Ob die Götter es nun gnädig oder aus Zorn so eingerichtet haben, dass es in Germanien wenig Silber und Gold gibt, bezweifle ich. Vielleicht gibt es diese Metalle im Boden, aber niemand hat ernsthaft danach gesucht? Für die Germanen spielt der Besitz von Silber und Gold keine große Rolle. Manchmal besitzen ihre Fürsten oder Gesandten silberne Gefäße, die sie geschenkt bekommen haben. Doch sie schätzen sie nicht höher als einfache Gefäße aus Ton. In den Grenzgebieten, wo Handel mit den Nachbarn getrieben wird, achten sie etwas mehr auf Gold und Silber. Dort kennen sie auch bestimmte Formen unserer Münzen und wählen sie aus. Im Landesinneren dagegen betreiben sie Handel noch auf einfachere, altmodische Weise: Sie tauschen Waren direkt miteinander. Münzen schätzen sie nur, wenn sie alt und vertraut aussehen, besonders die gesägten und die zweispännigen. Silber ist ihnen dabei sogar wichtiger als Gold – nicht, weil sie es lieber mögen, sondern weil man mit vielen kleinen Silbermünzen im Alltag leichter einkaufen und tauschen kann.“ Kapitel 6Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 7Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 8Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 9Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 10Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 11Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 12Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 13Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 14Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 15Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 16Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 17Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 18Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 19Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 20Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 21Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 22Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 23Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 24Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 25Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 26Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 27Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 28Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 29Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 30Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 31Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 32Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 33Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 34Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 35Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 36Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 37Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 38Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 39Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 40Wortgetreue ÜbersetzungVerständliche ÜbersetzungKapitel 41Wortgetreue Übersetzung„Und dieser Teil der Sueben erstreckt sich allerdings in die entlegeneren Gegenden Germaniens. Näher, so dass ich, wie vorhin den Rhein, so nun die Donau verfolge, liegt der Stamm der Hermunduren, den Römern treu; und daher haben von allen Germanen nur sie nicht am Ufer Handel, sondern im Innersten und in der glänzendsten Kolonie der Provinz Rätien. Überall und ohne Wache überschreiten sie; und während wir den übrigen Völkerschaften nur unsere Waffen und Lager zeigen, haben wir diesen unsere Häuser und Villen geöffnet, die nicht begehrend sind. Bei den Hermunduren entspringt die Elbe, ein berühmter und ehemals bekannter Fluss; jetzt wird er nur gehört.“[6] Verständliche ÜbersetzungDieser Teil der Sueben erstreckt sich weit in die entlegeneren Gebiete Germaniens. Etwas näher, wenn ich, wie zuvor den Rhein, jetzt der Donau folge, liegt der Stamm der Hermunduren, die den Römern treu sind. Deshalb haben nur sie von allen Germanen keinen Handel am Flussufer, sondern mitten in der Provinz Rätien, in ihrer glänzenden Kolonie. Sie ziehen überall frei hin, ohne dass Wachen sie aufhalten, und während wir den anderen Völkern nur unsere Waffen und Lager zeigen, öffnen wir ihnen unsere Häuser und Villen – und sie nehmen sich nichts. Bei den Hermunduren entspringt die Elbe, ein berühmter Fluss, der früher bekannt war, heute aber kaum noch genutzt wird. Kapitel 42Wortgetreue Übersetzung„Neben den Hermunduren liegen die Narister und danach die Markomannen und Quader. Hauptsächlich Ruhm und Kräfte der Markomannen und auch ihr Land selbst, das einst durch die Tapferkeit der Bojer erobert wurde. Weder die Narister noch die Quader degenerieren. Und sie sind gewissermaßen die Stirn Germaniens, soweit sie sich am Donauufer erstrecken. Bei den Markomannen und Quadern blieben bis zu unserer Erinnerung Könige aus ihrem eigenen Volk, das edle Geschlecht des Marbod und des Tuders; nun ertragen sie auch Fremde, aber die Kraft und Macht der Könige besteht aus römischer Autorität. Selten werden sie durch unsere Waffen unterstützt, häufiger durch Geld, und nicht weniger sind sie stark.“[7] Verständliche Übersetzung„Neben den Hermunduren leben die Narister, und dahinter die Markomannen und Quader. Besonders berühmt und stark sind die Markomannen, genauso wie ihr Land, das früher durch die Tapferkeit der Bojer erobert wurde. Weder die Narister noch die Quader sind schwach oder verfallen. Sie gelten sozusagen als die „Vorderseite“ Germaniens, weil sie sich bis zum Donauufer erstrecken. Bei den Markomannen und Quadern gab es früher Könige aus dem eigenen Volk, dem edlen Geschlecht von Marbod und Tuders. Heute akzeptieren sie auch fremde Herrscher, aber die Macht dieser Könige basiert auf der Anerkennung durch die römische Autorität. Selten werden sie durch römische Waffen unterstützt, öfter durch Geld – und trotzdem bleiben sie stark.“ Kapitel 43Wortgetreue Übersetzung„Rückwärts schließen die Marsigner, Kotiner, Oser, Burer die Rücken der Markomannen und Quader. Von diesen berichten die Marsigner und Burer von den Sueben in Sprache und Lebensweise: die Kotiner beschuldigt die gallische, die Oser die pannonische Sprache, nicht Germanen zu sein, und dass sie Abgaben tragen. Einen Teil der Abgaben setzen die Sarmaten auf, einen Teil den Quadern, wie Fremden auferlegt: die Kotiner, damit es ihnen mehr beschämt, graben auch Eisen aus. Und alle diese Völker haben wenig an Ebene, sonst Hügel und Gipfel der Berge und Höhenrücken besetzt. Denn ein durchgehender Bergkamm trennt und spaltet die Sueben, über den hinaus viele Völker wohnen, von denen weit verbreitet der Name der Lugier in mehrere Städte sich ausdehnt. Es genügt, die stärksten zu nennen, Harier, Helvekonen, Manimer, Helisier, Nahanarvalen. Bei den Nahanarvalen wird ein Hain alten Glaubens gezeigt. Ein Priester herrscht mit weiblicher Kleidung, aber von den Göttern nennen sie in römischer Deutung Castor und Pollux. Diese Kraft für die Gottheit, der Name Alcis. Keine Bilder, keine Spur fremder Aberglaube; doch wie Brüder, wie Jünglinge verehren sie. Außerdem übertreffen die Harier an Kräften, wodurch sie die vorhin aufgeführten Völker übertreffen, durch in ihnen angeborene Wildheit, die durch Kunst und Zeitpunkt gezügelt wird: schwarze Schilde, bemalte Körper; sie wählen die dunklen Nächte für Schlachten und selbst durch Schrecken und Schatten bringt das untote Heer Furcht, von keinem Feind ertragend, ein neues und wie höllisches Erscheinungsbild; denn zuerst in allen Kämpfen werden die Augen besiegt.“[8] Verständliche Übersetzung„Hinter den Markomannen und Quadern liegen die Marsigner, Kotiner, Oser und Burer. Von diesen Völkern berichten die Marsigner und Burer, dass sie in Sprache und Lebensweise den Sueben ähneln. Die Kotiner sagen, dass die Gallier und die Oser, die pannonisch sprechen, keine richtigen Germanen seien und Abgaben zahlen müssen. Ein Teil dieser Abgaben wird von den Sarmaten eingetrieben, ein anderer Teil von den Quadern, wie es Fremden vorgeschrieben ist. Die Kotiner graben zusätzlich Eisen aus, was ihnen besonders beschämend vorkommt. Alle diese Völker leben meist auf Hügeln, Berggipfeln und Höhenrücken, nur wenig auf flachem Land. Ein durchgehender Bergkamm trennt die Sueben und teilt das Gebiet, dahinter wohnen viele andere Völker. Unter ihnen sind die Lugier bekannt, deren Name in viele Städte reicht. Die stärksten unter ihnen heißen Harier, Helvekonen, Manimer, Helisier und Nahanarvalen. Bei den Nahanarvalen gibt es einen Hain mit altem Glauben. Ein Priester, gekleidet wie eine Frau, führt die Rituale durch. Die Götter nennen sie nach römischer Deutung Castor und Pollux, doch der eigentliche Name der Gottheit ist Alcis. Es gibt keine Bilder und keinen fremden Aberglauben. Sie verehren die Götter wie Brüder oder junge Männer untereinander. Die Harier sind besonders stark. Sie übertreffen die anderen Völker durch angeborene Wildheit, die sie geschickt kontrollieren. Sie benutzen schwarze Schilde und bemalen ihre Körper. Für Schlachten wählen sie die dunklen Nächte. Durch Schrecken und Schatten wirkt ihr Heer wie unheimlich und unbesiegbar. Niemand kann dem furchtlosen Anblick ihrer Streitmacht widerstehen, denn zuerst werden bei jedem Kampf die Augen des Feindes überwältigt.“ Kapitel 44Wortgetreue Übersetzung„Jenseits der Lygiern werden die Gotonen von Königen beherrscht, schon etwas straffer als die übrigen Stämme der Germanen, jedoch noch nicht über die Freiheit hinaus. Unmittelbar dann vom Ozean die Rugier und Lemovier; und das Kennzeichen all dieser Stämme sind runde Schilde, kurze Schwerter und Gehorsam gegenüber den Königen. Von hier die Städte der Suionen im Ozean selbst, außer durch Männer und Waffen durch Flotten stark. Die Form der Schiffe unterscheidet sich darin, dass an beiden Enden der Bug stets die dem Anprall bereitgestellte Front bildet. Weder durch Segel werden sie betrieben, noch fügen sie die Ruder in Reihen an den Seiten hinzu: losgelöst, wie bei manchen Flüssen, und veränderlich, wie die Lage es erfordert, von hier oder dort das Rudern. Es ist bei ihnen auch mit Reichtum Ehre verbunden, und daher herrscht einer allein, nunmehr ohne Ausnahmen, nicht durch ein geliehenes Recht des Gehorchens. Auch sind die Waffen, wie bei den übrigen Germanen, nicht gemeinsam, sondern verschlossen unter der Aufsicht, und zwar eines Sklaven, weil der Ozean plötzliche Angriffe von Feinden verhindert, außerdem müßige Scharen von Bewaffneten leicht Ausschweifungen treiben. In Wahrheit ist es nicht die königliche Nützlichkeit, einen Adligen oder einen Freigeborenen, ja nicht einmal einen Freigelassenen den Waffen vorzusetzen.“[9] Verständliche Übersetzung„Jenseits der Lygier werden die Gotonen von Königen regiert. Sie sind etwas strenger organisiert als andere germanische Stämme, genießen aber noch ihre Freiheit. Direkt am Ozean wohnen die Rugier und Lemovier. Typisch für all diese Stämme sind runde Schilde, kurze Schwerter und der Gehorsam gegenüber den Königen. Weiter draußen im Ozean liegen die Städte der Suionen. Sie sind nicht nur durch Männer und Waffen stark, sondern vor allem durch ihre Flotten. Ihre Schiffe sind besonders: An beiden Enden ist der Bug als Front für den Aufprall gebaut. Sie fahren nicht mit Segeln, und ihre Ruder sind nicht fest an den Seiten montiert, sondern flexibel, sodass sie je nach Bedarf von hier oder dort gerudert werden können. Bei ihnen gilt Reichtum auch als Ehre. Ein König herrscht allein, ohne Ausnahmen, und nicht durch geliehenes Gehorsamsrecht. Die Waffen werden, wie bei anderen Germanen, nicht frei verteilt, sondern verschlossen aufbewahrt, oft unter der Aufsicht eines Sklaven. Das schützt davor, dass sie durch den Ozean unerwartet angegriffen werden, und verhindert, dass viele bewaffnete Männer Zeit mit Ausschweifungen verschwenden. Wirklich sinnvoll ist es für den König nicht, einen Adligen, einen Freigeborenen oder sogar einen Freigelassenen direkt mit Waffen auszustatten.“ Kapitel 45Wortgetreue Übersetzung„Jenseits der Suionen ein anderes Meer, träge und beinahe unbeweglich, wodurch umschlossen und eingeschlossen die Erdscheibe, hieran der Glaube, weil der äußerste Glanz der schon untergehenden Sonne bis zu den Aufgängen hindurchscheint, so hell, dass er die Sterne schwächt; zudem fügt die Überzeugung hinzu, dass der Klang des Hervortretens gehört und die Gestalten von Rossen und die Strahlen des Hauptes erblickt werden. Bis dorthin (und die Kunde ist wahr) nur Natur. Also nun am rechten Ufer des suebischen Meeres werden die Geschlechter der Aestier bespült, denen die Sitten und die Tracht der Sueben, die Sprache näher der britannischen. Die Mutter der Götter verehren sie. Als Kennzeichen des Aberglaubens tragen sie Gestalten von Ebern: dies gilt als Waffe und als Schutz für alle, und sichert den Verehrer der Göttin auch unter Feinden. Selten die Benutzung von Eisen, häufig die von Knüppeln. Getreide und die übrigen Früchte bearbeiten sie geduldiger, als es der gewohnten Trägheit der Germanen entspricht. Aber auch das Meer durchforschen sie, und allein von allen sammeln sie Bernstein, den sie selbst glesum nennen, zwischen Untiefen und am Ufer selbst. Weder welche Natur noch welche Ursache ihn hervorbringe, ist wie bei Barbaren erfragt oder bekannt; lange Zeit lag er auch unter den übrigen Auswürfen des Meeres, bis unsere Üppigkeit ihm den Namen gab. Ihnen selbst in keinem Gebrauch, roh wird er aufgelesen, unförmig hervorgebracht, und sie nehmen staunend den Preis an. Dass er aber Saft der Bäume ist, erkennt man, weil gewisse irdische und auch geflügelte Tiere zumeist darin durchscheinen, die vom Saft umhüllt bald in verhärteter Masse eingeschlossen werden. Fruchtbarere also Wälder und Haine wie in den Abgeschiedenheiten des Ostens, wo Weihrauch und Balsam ausschwitzen, so glaube ich seien auch in den Inseln und Ländern des Westens vorhanden, die durch die Strahlen der nahen Sonne herausgepresst und verflüssigt ins nächste Meer herabgleiten und durch die Gewalt der Stürme an entgegengesetzte Küsten ausgeworfen werden. Wenn sie die Natur des Bernsteins mit angelegtem Feuer prüfen, wird er in der Art einer Fackel entzündet und unterhält eine fette und übelriechende Flamme; bald erweicht er wie Pech oder Harz. Suionen die Geschlechter der Sitoner schließen sich an. Im Übrigen ähnlich, unterscheiden sie sich in einem, dass eine Frau herrscht; so sehr verfallen sie nicht nur von der Freiheit, sondern auch von der Knechtschaft.|ref=[10] Verständliche Übersetzung„Jenseits der Suionen liegt ein anderes Meer, das ruhig und fast unbeweglich ist. Man glaubt, dass die Erde hier eingeschlossen wird, weil das Licht der untergehenden Sonne so weit reicht, dass es bis zu den Sonnenaufgängen scheint und die Sterne dabei schwächt. Außerdem glaubt man, dass man das Geräusch der herannahenden Dinge hören kann und Pferdegestalten sowie Sonnenstrahlen erkennt. Bis dorthin herrscht nur die Natur. Am rechten Ufer dieses suebischen Meeres leben die Aestier. Ihre Sitten und Kleidung ähneln denen der Sueben, ihre Sprache ist eher wie die der Briten. Sie verehren die Mutter der Götter. Aus religiösen Gründen tragen sie Darstellungen von Ebern, die sowohl als Waffe als auch als Schutz dienen und den Gläubigen selbst unter Feinden schützen. Sie benutzen selten Eisen, dafür oft Knüppel. Getreide und andere Früchte bearbeiten sie sorgfältiger, als es bei den meisten Germanen üblich ist. Auch das Meer erforschen sie. Als einzige sammeln sie Bernstein, den sie glesum nennen, zwischen Untiefen und am Ufer. Niemand kennt genau, wie oder warum er entsteht. Lange Zeit wurde er nur als eine Art Meeresabfall angesehen, bis er von den Menschen benannt wurde. Sie selbst nutzen den Bernstein nicht, sondern sammeln ihn roh, unförmig, und nehmen staunend den Preis dafür an. Man hat erkannt, dass Bernstein eigentlich Saft von Bäumen ist, weil darin oft kleine Tiere eingeschlossen sind – sowohl Landtiere als auch Vögel –, die vom Baumharz umhüllt und später hart werden. Ähnlich wie in den fernen östlichen Wäldern, wo Weihrauch und Balsam entstehen, vermutet man, dass Bernstein auch in westlichen Inseln und Ländern gebildet wird: Sonnenstrahlen pressen den Harz aus, er fließt ins Meer und wird durch Stürme an entfernte Küsten geschwemmt. Prüft man Bernstein mit Feuer, brennt er wie eine Fackel mit einer fettigen, unangenehm riechenden Flamme und wird weich wie Pech oder Harz. Direkt neben den Suionen leben die Sitoner. Sie sind im Großen und Ganzen ähnlich, unterscheiden sich aber darin, dass bei ihnen eine Frau herrscht. Dadurch sind sie nicht nur frei, sondern auch unabhängig von Unterdrückung.“ Kapitel 46Wortgetreue Übersetzung„Hier ist das Ende Suebiens. Ich zweifle, ob ich die Stämme der Peukiner, Veneder und Fennen den Germanen oder den Sarmaten zurechnen soll, obwohl die Peukiner, die manche Bastarner nennen, in Sprache, Lebensweise, Sitz und Wohnungen wie Germanen leben. Schmutz aller und Trägheit der Vornehmsten; durch gemischte Heiraten haben sie etwas von der Gestalt der Sarmaten angenommen. Die Veneder haben vieles von den Sitten übernommen; denn was immer an Wäldern und Bergen sich zwischen Peukinern und Fennen erhebt, durchstreifen sie mit Raubzügen. Diese jedoch werden eher zu den Germanen gezählt, weil sie auch Häuser errichten und Schilde tragen und sich des Fußgebrauchs und der Schnelligkeit erfreuen: was alles verschieden von den Sarmaten ist, die in Wagen und auf dem Pferd leben. Bei den Fennen wunderbare Wildheit, abscheuliche Armut: keine Waffen, keine Pferde, keine Häuser; Pflanzen zur Nahrung, Felle zur Kleidung, die Erde das Lager: allein in den Pfeilen die Hoffnung, die sie wegen Mangel an Eisen mit Knochen schärfen. Und dieselbe Jagd nährt die Männer ebenso wie die Frauen; sie begleiten überallhin und beanspruchen einen Teil der Beute. Und keine andere Zuflucht für die Kinder vor Tieren und Regen, als dass sie in irgendeinem Geflecht von Zweigen bedeckt werden: hierher kehren die jungen Männer zurück, dies ist der Alten Zuflucht. Doch sie halten sich für glücklicher, als zu seufzen über Felder, sich abzumühen in Häusern, an eigenem und fremdem Besitz bei Hoffnung und Furcht sich zu mühen: sicher gegen Menschen, sicher gegen Götter haben sie das Schwerste erreicht, dass sie nicht einmal eines Wunsches bedürfen. Das Übrige schon Fabelhaftes: die Hellusionen und Oxionen sollen Gesichter und Antlitz von Menschen, Körper und Glieder von Tieren haben: was ich, da unerforscht, in der Schwebe lassen will.“|ref=[11] Verständliche Übersetzung„Hier endet Suebien. Ich bin mir unsicher, ob die Stämme der Peukiner, Veneder und Fennen zu den Germanen oder zu den Sarmaten gehören. Die Peukiner, die manche auch Bastarner nennen, leben in Sprache, Lebensweise, Häusern und Siedlungen wie die Germanen. Sie sind schmutzig und faul, besonders die Vornehmen. Durch gemischte Heiraten haben sie etwas vom Aussehen der Sarmaten übernommen. Die Veneder haben viele Bräuche übernommen. Alles, was zwischen Peukinern und Fennen an Wäldern und Bergen liegt, durchstreifen sie auf Raubzügen. Die Fennen hingegen werden eher zu den Germanen gezählt, weil sie Häuser bauen, Schilde tragen und zu Fuß schnell und geschickt sind – im Gegensatz zu den Sarmaten, die in Wagen oder auf Pferden leben. Die Fennen sind sehr wild und arm. Sie haben keine Waffen, keine Pferde und keine Häuser. Sie ernähren sich von Pflanzen, kleiden sich in Tierfelle und schlafen auf der Erde. Ihre einzige Hoffnung liegt in Pfeilen, die sie wegen fehlenden Eisens aus Knochen spitzen. Die Jagd versorgt Männer und Frauen gleichermaßen mit Nahrung; Frauen begleiten die Männer überallhin und bekommen einen Anteil an der Beute. Kinder haben keinen Schutz vor Tieren oder Regen, außer dass sie in einfache Geflechte aus Zweigen gelegt werden. Junge Männer kehren dorthin zurück, und die Alten finden dort ihre Ruhe. Trotz allem halten sie sich für glücklich. Sie müssen nicht schuften, um Felder zu bestellen, Häuser zu bauen oder Besitz zu verteidigen – weder ihren eigenen noch den fremden. Sie sind sicher vor Menschen und Göttern und haben das erreicht, was viele für das Schwerste halten: sie brauchen nichts weiter, um zufrieden zu sein. Über das Übrige gibt es schon fast märchenhafte Geschichten: Die Hellusionen und Oxionen sollen Menschen-Gesichter, aber Körper von Tieren haben. Da ich das nicht erforschen kann, lasse ich es offen.“ Tacitus’ Germania in lateinischer Sprache als antike Textquelle dieser Übersetzung
Lateinische Wörterbücher für diese Übersetzung
Lateinischer Originaltext
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