Christentum

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Das Christentum ist eine monotheistische Religion, die auf der Lehre und Person Jesu Christi basiert, welcher von seinen Anhängern als Sohn Gottes und Erlöser der Welt betrachtet wird. Entstanden im 1. Jahrhundert in der römischen Provinz Judäa, entwickelte sich das Christentum aus den jüdischen Traditionen und breitete sich innerhalb weniger Jahrhunderte über die gesamte römische Welt aus. Heute zählt das Christentum mit etwa 2,4 Milliarden Anhängern weltweit zu den größten Religionen der Erde.

Ursprung und Entwicklung

Das Christentum hat seine Ursprünge im Judentum der Zeit des Zweiten Tempels und entstand im Umfeld einer jüdischen Reformbewegung, die die Ankunft des Messias erwartete. Jesus von Nazareth, der um das Jahr 4 v. Chr. geboren wurde, predigte eine Botschaft von Umkehr, Liebe und Vergebung. Nach seiner Kreuzigung unter der Herrschaft des römischen Statthalters Pontius Pilatus, die etwa im Jahr 30 bis 33 n. Chr. stattfand, berichteten seine Anhänger von seiner Auferstehung, die zum zentralen Glaubensinhalt des Christentums wurde. Die ersten christlichen Gemeinden entstanden in Jerusalem und breiteten sich durch die Missionsarbeit von Aposteln wie Paulus von Tarsus rasch über die Mittelmeerwelt aus.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Christentum von einer verfolgten Minderheitsreligion im Römischen Reich zu einer staatlich geförderten Religion. Dies erreichte einen Höhepunkt, als Kaiser Konstantin der Große das Edikt von Mailand im Jahr 313 erließ, das den Christen Religionsfreiheit gewährte. Mit der konstantinischen Wende und der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion durch Kaiser Theodosius I. im Jahr 380 wurde die Religion zum dominierenden Glaubenssystem in Europa.

Heilige Schriften und Glaubensinhalte

Die Grundlage des christlichen Glaubens bilden die Heiligen Schriften, die als Bibel bekannt sind. Die Bibel setzt sich aus dem Alten Testament, das mit der hebräischen Bibel des Judentums korrespondiert, und dem Neuen Testament zusammen, welches die Lehren Jesu und die Schriften der frühen Kirche enthält. Zentrale Glaubensinhalte des Christentums umfassen den Glauben an die Dreifaltigkeit, die die Einheit Gottes in den drei Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist beschreibt, sowie die Überzeugung, dass Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung die Menschheit von der Sünde erlöst hat.

Das Christentum lehrt, dass das Heil durch den Glauben an Jesus Christus, durch die Gnade Gottes und durch ein Leben in Liebe und Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes erlangt wird. Das Gebot der Nächstenliebe, die Verkündigung des Evangeliums und die Erwartung des Reiches Gottes sind zentrale Aspekte christlicher Ethik und Praxis.

Kirchen und Konfessionen

Das Christentum ist in verschiedene Konfessionen gegliedert, die sich im Laufe der Geschichte aus theologischen, kulturellen und politischen Gründen entwickelten. Die größten Zweige des Christentums sind die römisch-katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen und die protestantischen Kirchen. Die römisch-katholische Kirche, die den Papst als geistliches Oberhaupt anerkennt, betrachtet sich als die Fortsetzung der ursprünglichen Kirche, die von den Aposteln gegründet wurde. Die orthodoxen Kirchen, die sich nach der Ost-West-Schisma im Jahr 1054 vom Katholizismus trennten, legen besonderen Wert auf die Kontinuität der Tradition und die Liturgie.

Die protestantischen Kirchen entstanden im Zuge der Reformation des 16. Jahrhunderts, als Reformatoren wie Martin Luther und Johannes Calvin die katholische Kirche kritisierten und eine Rückkehr zu den Ursprüngen des christlichen Glaubens forderten. Die Vielfalt innerhalb des Protestantismus spiegelt sich in der Vielzahl von Denominationen wider, darunter Lutheranismus, Calvinismus, Anglikanismus und Baptismus.

Verbreitung und kultureller Einfluss =

Das Christentum hat seit seinen Anfängen einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung von Kultur, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft ausgeübt. In der Antike und im Mittelalter trug die christliche Kirche wesentlich zur Erhaltung und Weitergabe des Wissens bei. Klöster waren wichtige Zentren der Bildung, und die Universitäten des Mittelalters hatten oft einen christlichen Hintergrund.

In der Kunst inspirierten christliche Themen viele der größten Werke der Architektur, Malerei und Musik. Kathedralen wie der Petersdom in Rom, die Malereien von Michelangelo und die Musik von Johann Sebastian Bach sind Ausdruck des kulturellen Reichtums des Christentums. Gleichzeitig war die christliche Mission ein zentraler Aspekt der europäischen Expansion, die zur Verbreitung des Christentums in Afrika, Asien und Amerika führte.

Herausforderungen und Entwicklungen in der Moderne

In der Moderne steht das Christentum vor zahlreichen Herausforderungen, darunter der Säkularisierung, der Pluralität religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen sowie der Globalisierung. In vielen westlichen Ländern hat der Einfluss des Christentums auf das öffentliche Leben abgenommen, während in anderen Teilen der Welt, insbesondere in Afrika und Lateinamerika, ein Wachstum der christlichen Gemeinschaften zu beobachten ist.

Die ökumenische Bewegung des 20. Jahrhunderts hat das Ziel, die Einheit zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen zu fördern. Gleichzeitig haben sich in der christlichen Theologie und Praxis neue Strömungen entwickelt, die sich mit Themen wie sozialer Gerechtigkeit, Umweltschutz und interreligiösem Dialog auseinandersetzen.

Christentum in der Weltpolitik

Das Christentum spielt auch in der Weltpolitik eine bedeutende Rolle, sowohl durch die moralischen und ethischen Werte, die es propagiert, als auch durch die institutionellen Strukturen der Kirchen. Der Vatikan als Zentrum der römisch-katholischen Kirche hat Einfluss auf globale politische und soziale Entwicklungen, während christliche Gemeinschaften weltweit an Debatten über Menschenrechte, Armut und Frieden teilnehmen.

Das Verhältnis zwischen Christentum und Staat variiert erheblich, von Ländern mit einer christlichen Staatsreligion bis hin zu säkularen Staaten, in denen die Trennung von Kirche und Staat angestrebt wird. Trotz dieser Vielfalt bleibt das Christentum ein zentraler Faktor in der Gestaltung von Kulturen und Gesellschaften.

Geschichtswissenschaftliche Nachschlagewerke

Enzyklopädien & Lexika

Brockhaus Enzyklopädie

Brockhaus Schullexikon

Brockhaus Kinderlexikon

Encyclopædia Britannica

Britannica Kids

Encyclopedia.com

Wikipedia (Wiki)

World History Encyclopedia

Wissen.de

Germanische Altertumskunde

Wissenschaftliche Forschungsarbeit zu Lehrzwecken

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Wissenschaftliche Publikationen

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Literatur

Einführungen

  • Micha Brumlik: Entstehung des Christentums. Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2010, ISBN 978-3-941787-14-8.
  • David Bentley Hart: Die Geschichte des Christentums: Glaube, Kirche, Tradition. National Geographic, 2010, ISBN 978-3-86690-189-6 (Übersetzung: Ute Mareik).
  • Hans-Peter Hasenfratz: Das Christentum – eine kleine Problemgeschichte. Theologischer Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-290-10151-7.
  • Werner Heinz: Der Aufstieg des Christentums. Geschichte und Archäologie einer Weltreligion. Konrad-Theiss-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1934-6.
  • Klaus Koschorke, Johannes Meier u. a.: Christentum. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. 4. Aufl. Band 2, 1999, Sp. 183–246, ISBN 3-16-146942-9.
  • Hans Küng: Das Christentum. Wesen und Geschichte. Piper, München 1995, ISBN 3-492-03747-X.
  • Joseph Ratzinger: Einführung in das Christentum – Vorlesungen über das apostolische Glaubensbekenntnis. dtv, München 1971, ISBN 3-423-04094-7.

Geschichte (umfangreiche Darstellungen)

  • Cambridge History of Christianity. Mehrere Hrsg. 9 Bände. Cambridge 2005ff. (Gesamtdarstellung, die den neueren Forschungsstand miteinbezieht).
  • Die Geschichte des Christentums. Religion Politik Kultur. Herausgegeben von Jean-Marie Mayeur, Charles und Luce Pietri, André Vaucher, Marc Venard. Deutsche Ausgabe herausgegeben von Norbert Brox, Odilo Engels, Georg Kretschmar, Kurt Meier, Heribert Smolinsky, 14 Bde., Verlag Herder, Freiburg i. Br. 1991ff. (Aktuelle Gesamtdarstellung: Besprechung).
  • Handbuch der Kirchengeschichte. Hrsg.: Hubert Jedin u. a., 7 Bde., Freiburg 1962–1979, ISBN 3-451-20454-1 (Standardwerk zur Geschichte des Christentums aus dem Blickwinkel der katholischen Kirche und teils überholt).

Lexika

Siehe vor allem: Theologische Realenzyklopädie, Religion in Geschichte und Gegenwart [4. Aufl.], Lexikon für Theologie und Kirche [3. Aufl.] und Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon.

  • Metzler Lexikon christlicher Denker: 700 Autorinnen und Autoren von den Anfängen des Christentums bis zur Gegenwart. Hrsg.: Markus Vinzent. Metzler, Stuttgart u. a. 2000.

Philosophische Deutungen

  • Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums. Otto Wiegand, Leipzig 1841.
  • René Girard: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz. Eine kritische Apologie des Christentums. Hanser, München 2002.
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Frühe Schriften. Werke in zwanzig Bänden, Band 1. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1971.
  • Michel Henry: Inkarnation: Eine Philosophie des Fleisches. 2. Aufl. Alber, Freiburg 2004.
  • Jean-Luc Nancy: Dekonstruktion des Christentums. Diaphanes, Zürich / Berlin 2008.
  • Slavoj Žižek: Das Reale des Christentums. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-06860-1.

Sonstige Literatur

  • Bruce Bawer: Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity. Three Rivers Press, New York 1997, ISBN 0-609-80222-4 (Kritik an fundamental-dogmatischen Tendenzen).
  • Karl-Heinrich Ostmeyer: Das Vaterunser. Gründe für seine Durchsetzung als ‚Urgebet’ der Christenheit; New Testament Studies 50, 2004, S. 320–336.